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Ludwigslust Die neue Not-Zentrale im Landkreis

Von MAYK | 30.01.2018, 21:00 Uhr

Im Katastrophenfall steuern gut 80 Freiwillige aus der Verwaltung die Einsätze der Helfer.

Seit heute Nachmittag hat der Landkreis eine nagelneue Zentrale. Gedacht und gebaut für alle erdenklichen Notfälle: Von der Elbeflut über die Vogelgrippe bis hin zu schweren Stürmen mit flächendeckenden Stromausfällen, wie es sie ja erst im Oktober vergangenen Jahres gab.

Neuer, viel größer, ausgestattet mit hochmoderner Technik und nicht zuletzt auch mit einer Steckdose für Fremdeinspeisung versehen - so zeigte sich gestern zur Eröffnung die neue Zentrale des Kreises. Sie liegt im Haus A der Kreisverwaltung, direkt gegenüber den Räumen des Landrates und kann im Fall der Fälle rund um die Uhr besetzt werden. Die alte Zentrale, die über 20 Jahre genutzt wurde, war um einiges kleiner, vor allem technisch veraltet und platzte bei den jüngsten Einsätzen aus allen Nähten. Jetzt hat der Kreis 105 000 Euro in die Hand genommen, aus zwei alten Räumen der früheren Kaserne einen mit 70 Quadratmetern Fläche und 37 Sitzplätzen gemacht. Dazu wurden fünf Kilometer Kabel verlegt, es gibt eine große interaktive Karte und nicht zuletzt gibt es ein eingespieltes Team von erfahrenen Fachleuten aus allen Bereichen der Verwaltung, die das neue Hauptquartier für die Notlagen erst zum Leben erwecken werden.

Der Kreis hat heute die Chance genutzt und seinen „Stabsraum“ mit einem großen Bahnhof eröffnet. Bundeswehr, Polizei, Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz, Feuerwehr, Mediziner - die Zahl der Partner im Katastrophenfall ist groß. Und alle waren neugierig auf die neue Zentrale, denn die kann Leben retten und ist für alle Beteiligten die Nervenzentrale der Region, wenn andere schon nicht mehr agieren. Wie schnell das gehen kann und wie zuverlässig der Landkreis das bisher hinbekommen hat, das zeigte sich im Oktober. Damals, nach dem Sturmtief „Xavier“, hatte der Landkreis notgedrungen das Kommando übernommen und beispielsweise die Evakuierung der auf der ICE-Trasse gestrandeten Züge organisiert, nebst Verpflegung der Evakuierten. Auch die Hinweise über die massiven und teilweise über Tage dauernden Ausfälle beim Strom oder in der Telekommunikation liefen ganz wesentlich beim Landkreis auf.

Der hat seit Jahren auch in sein Personal investiert, derzeit gibt es fast 80 Mitarbeiter, die im Fall der Fälle bereit stehen, alle freiwillig. Aktuell wird zu den zwei Schichten eine dritte aufgebaut.

„Ich habe ja schon in meiner Amtszeit vier oder fünf Jahrhunderthochwasser mitgemacht“, scherzte Landrat Rolf Christiansen zur Einweihung. Er sah die Mittel, die der Kreistag per Beschluss freigegeben hatte, als gut angelegt und überschaubar. Er sei bei allen Überschwemmungen froh, dass der Regen der letzten Wochen nicht als Schnee gefallen sei, um dann komplett zu tauen.

Indirektes Lob für die Investitionen des Landkreises gab es nach der Besichtigung der Räume von allen Beteiligten in Uniform und in zivil. Einziger Mangel, ein Türstopper fehlte. Der soll dann morgen angebaut werden soll.