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Alt Jabel/Tewswoos Das Männerquartett aus Alt Jabel

Von Sabrina Panknin | 29.05.2018, 21:00 Uhr

Gesucht und gefunden: Nach Stellencafé komplettiert Andreas Sanke jetzt das Team der Firma Elektroanlagen Predatsch

Mit Sack und Pack gehts für Andreas Sanke vor acht Jahren in die Schweiz. Der gelernte Landmaschinenschlosser arbeitet dort als Elektriker. Genau diesen Job wollte der heute 51-Jährige immer ausüben. „Doch zu DDR-Zeiten konnte ich mir nicht jeden Job aussuchen“, erzählt Andreas Sanke jetzt im SVZ-Gespräch. Mittlerweile ist er wieder zurück in der mecklenburgischen Heimat, genauer in Tewswoos. Andreas Sanke muss sich nach seiner Rückkehr erneut arbeitslos melden, bekommt prompt eine Einladung zum Stellencafé in der Arbeitsagentur Ludwigslust. Das fand vor gut einem Vierteljahr statt. Für den 51-Jährigen sehr erfolgreich. „In einem Einzelgespräch konnten wir ihn als Elektriker vermitteln“, erzählt Ute Salis, Mitarbeiterin im Ludwigsluster Arbeitgeberservice.

Nicht nur für Andreas Sanke ein Glücksgriff, sondern auch für Thomas Hogh-Predatsch aus Alt Jabel. Gemeinsam mit seinem Vater Helmut gründet er vor mittlerweile 17 Jahren die Elektroanlagen-Firma Predatsch. „Wir haben bestimmt schon vier, fünf Jahre nach einem Elektriker gesucht“, sagt Thomas Hogh-Predatsch. Doch Fachkräfte sind rar. Das bestätigt auch Ute Salis: „Wir haben wenige solcher Erfolgsmeldungen. Es fehlen einfach überall die Fachkräfte.“ Dass Andreas Sanke kein gelernter Elektriker ist, stört Thomas und Helmut Hogh-Predatsch nicht. Nach einer anfänglichen Trainingsmaßnahme bekommt der 51-Jährige schnell seine Festanstellung beim Alt Jabeler Unternehmen. „Andreas weiß, was er tut. Außerdem ist unser Job ähnlich wie Fahrradfahren. Viel verändert hat sich gerade bei den Hausanschlüssen nicht“, erklärt Junior Thomas Hogh-Predatsch.

Das Männerteam wird komplettiert durch Nick Schröder. Er arbeitet seit acht Jahren für die Firma. Jetzt passt alles. Das heißt aber nicht, dass die Firma keine Fachkräfte mehr benötigt. „Irgendwann möchte ich mich auch zur Ruhe setzen“, sagt Helmut Hogh-Predatsch, bereits 63 Jahre alt. Sein Sohn könnte sich auch vorstellen, einen Lehrling zu nehmen. Doch diesen zu finden, ist ebenfalls schwierig. Zumal bei allen Kollegen im Team die Bereitschaft da sein muss, auszuliegen. „Wir haben viele Aufträge in Hamburg und Schleswig-Holstein“, erklärt der Junior-Chef. Im Fall von Andreas Sanke passt es gut. Er selbst hat keinen Führerschein. „Wir holen ihn morgens ab, ist ja gleich um die Ecke“, sagt Thomas Hogh-Predatsch. Dann gehts gemeinsam in Richtung Hansestadt.

Bei Andreas Sanke ist wieder Routine im Job eingekehrt. Er freut sich über die Festanstallung, ohne Job geht für den 51-Jährigen nicht. Jetzt hat er ihn direkt in seiner Heimat gefunden.