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Neustadt-Glewe „Dann habe ich mir erstmal Internet zugelegt“

Von muen | 16.03.2018, 08:00 Uhr

Sigrid Brandt übernahm vor einem Jahr den Vorsitz des Seniorenbeirats in Neustadt-Glewe

„Du kannst das doch machen, das schaffst Du.“ Der Zuspruch damals machte Sigrid Brandt Mut, aber trotzdem „stand ich dann erstmal da“, schmunzelt die 65-Jährige. Damals, das war 2016 auf der Weihnachtsfeier des Seniorenbeirats Neustadt-Glewe. Und es ging darum, dass Sigrid Brandt dessen Vorsitzende werden sollte.

Wenige Monate später übernahm sie dann den Vorsitz von ihrer Vorgängerin Gretel Weinberg, die das Amt nach so vielen Jahren in jüngere Hände geben wollte.

Heute, ein Jahr später, blickt Sigrid Brandt bereits auf einen erfolgreichen Start zurück. Auch Dank Gretel Weinberg, „die mir ebenfalls Mut zusprach und meinte: ,Wir kriegen das schon hin’“, erinnert sich Sigrid Brandt.

Längst hat sie sich in ihrer Funktion eingelebt und jetzt auch im Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss Neustadt-Glewes erstmals über die Arbeit des Seniorenbeirats berichtet.

„Ein Höhepunkt für uns ist natürlich das schon traditionelle Seniorenfrühstück auf der Burg alle zwei Monate, zu dem alle kommen können, die möchten“, so Sigrid Brandt. Dazu werden stets auch spezielle Gäste eingeladen, wie zuletzt im Januar Bürgermeisterin Doreen Radelow, die darüber informierte, was in der Stadt geplant ist. Überhaupt klappe die Zusammenarbeit mit der Stadt gut, betont die Beiratsvorsitzende. „Wenn wir ein Anliegen haben, hilft uns Frau Radelow immer gerne.“

So habe man jetzt beispielsweise darauf hingewiesen, dass in der Stadt zusätzliche Bänke aufgestellt werden müssten. Sigrid Brandt: „Die wären gerade für ältere Menschen gut, die aus dem Neubaugebiet in die Stadt wollen. Der Weg ist ja ziemlich weit.“ Der Beirat habe auch auf einige Straßenabschnitte hingewiesen, die für Ältere wegen des Kopfsteinpflasters nur schwer zu überqueren sind. „Auch hier zeigt die Bürgermeisterin Verständnis und leitet unsere Anliegen an die Verantwortlichen weiter“, so Sigrid Brandt.

Der Seniorenbeirat bezieht auch die Bewohner der beiden Neustädter Seniorenresidenzen in die Aktivitäten ein. So besuche man die Residenzen zu bestimmten Anlässen und lese den Senioren beispielsweise aus Büchern vor, höre sich aber auch die Anliegen der Rentner an. „Großes Interesse finden auch stets unsere Fahrten in verschiedene Regionen. Diesmal gehts im April zur Baumblüte in Das Alte Land“, blickt Sigrid Brandt voraus. Aber auch mit den Jüngsten wird seitens des Seniorenbeirats viel unternommen. So, wenn die Kleinen aus den Kindergärten oder Schüler der Regionalen Schule den Senioren Programme vorführen.

Übrigens hat sich mit der Amtsübernahme vor rund einem Jahr für Sigrid Brandt auch etwas ganz Praktisches verändert. „Ich habe mir dann doch Internet zugelegt. Das macht einiges einfacher“, lacht sie und würde sich freuen, wenn noch mehr Menschen den sieben Mitglieder zählenden Seniorenbeirat verstärken würden. Welche Eigenschaften man braucht? Bei der Antwort überlegt Sigrid Brandt nur kurz: „Hilfsbereitschaft, mit beiden Beinen im Leben stehen.

Bürgermeisterin Doreen Radelow sieht ihrerseits den Seniorenbeirat als Bindeglied zwischen Stadtverwaltung und den Senioren. „Wir arbeiten seit Jahren gut zusammen. Es ist so, dass der Beirat nicht nur Veranstaltungen für lebensältere Menschen organisiert, sondern vor allem auch Anregungen und Hinweise gibt, die das Leben der Senioren in der Stadt betrifft. In diesem Zusammenhang wollen wir den Beirat künftig enger in die Arbeit der Ausschüsse einbeziehen“, so die Bürgermeisterin, die auch findet: „Wir würden uns über neue Mitglieder im Beirat freuen, vor allem, wenn auch Männer dabei wären. Bisher sind nämlich ausschließlich Frauen im Seniorenbeirat.“ Interessenten, so Doreen Radelow, können sich gerne im Rathaus melden.