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Güstrow Cyberknife-Zentrum erwartet ersten Patienten

Von grie | 15.12.2010, 01:57 Uhr

Am 27.

Dezember erwartet das Cyberknife-Zentrum Norddeutschland in Güstrow seinen ersten Patienten. In der Trendelenburg-Allee, in direkter Nachbarschaft zum KMG-Klinikum Güstrow, finden aktuell noch die letzten Arbeiten an diesem neuen Zentrum modernster Hightech-Medizin statt. Oliver Blanck von Cyberknife nahm gestern am Bestrahlungsgerät, dem Herzstück des Zentrums, die letzten Feinabstimmungen vor. "Diverse Patientengespräche laufen bereits seit einiger Zeit", so Blanck. Pro Jahr sollen am Standort Güstrow bis zu 400 Patienten behandelt werden.

"Cyberknife ist eine ergänzende Methode zu den anderen etablierten, herkömmlichen Verfahren der Tumorbehandlung", erläutert Geschäftsführerin Viola Völzer. Die neue Technik ermögliche, bei minimaler Belastung der gesunden Organe und maximaler Effektivität zur Bekämpfung jeglicher Tumorarten, vor allem kleinere Tumore submillimeter genau zu behandeln. "Eine Behandlung mit dem Cyberknife-Gerät dauert ca. 45 Minuten", erläutert Blanck. Je nach Art und Größe des Tumors seien bis zu fünf Behandlungen notwendig, um den Tumor zu zerstören. Die Methode nennt sich Radiochirurgie. Der Tumor wird in wenigen Sitzungen, also in kurzer Zeit, einer hohen Strahlendosis ausgesetzt.

Ein Spezialistenteam aus ganz Deutschland, u.a. Zürich, Frankfurt a. M. oder Lübeck, konnte für den Standort Güstrow gewonnen werden. Kooperationen bestehen u.a. zur Universität Rostock und zum Standort Hamburg. In das Gebäude flossen Investitionen von gut zwei Millionen Euro, das Bestrahlungsgerät selber kostet allein vier Millionen Euro. Zukünftig wird sich ein ca. zehnköpfiges Team aus Ärzten, Medizinphysikern, MTRA und Pflegekräften um die Patienten kümmern.

Mehr als 100 000 Patienten wurden bereits weltweit mit dem Cyberknife behandelt, so Blanck. "Als einziges System in der Welt ist es durch spezielle Computersteuerung sogar in der Lage, während der Bestrahlung atmungsbedingte Bewegungen im Körper auszugleichen", sagt er.