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Göhlen Bestens gerüstet für künftige Einsätze

Von mick | 25.02.2014, 07:00 Uhr

Göhlener Wehr stellt neues Einsatzfahrzeug bei Tag der offenen Tür vor / Besuch von Demener Wehr / DRK zeigte neue Krankentransportfahrzeuge

Das neue Löschfahrzeug LF 8/6 der Freiwilligen Feuerwehr Göhlen war neben weiteren Einsatzfahrzeugen von anderen Wehren die Attraktion an ihrem Tag der offenen Tür am Sonnabend. Besucher aus dem Ort, aber auch Gäste aus den Nachbarorten sowie aus Ludwigslust nahmen den neuen Einsatzwagen sowie die anderen Fahrzeuge genau unter die Lupe.

„Die älteren Fahrzeuge haben meist Allradantrieb, die neueren sind eher für die Straße gedacht“, sagt Alexander Engel. Der Zehnjährige steht gerade an einem Verstauraum des LF 8/6 und schaut sich alles ganz genau an. Kein Wunder, ist der Kummeraner doch erst seit einem dreiviertel Jahr Mitglied in der Kummeraner Jugendwehr.

Dass die Göhlener Blauröcke nun ein neues Einsatzfahrzeug in ihrem Gerätehaus haben, ist einem glücklichen Zufall geschuldet. „Der Kreisbrandmeister Heiko Dübel machte uns darauf aufmerksam, dass die Freiwillige Feuerwehr Demen ihr Fahrzeug verkaufen will“, erzählt Göhlens Bürgermeister Dr. Olaf Hinrichs. Für die Göhlener Kameraden ein toller Hinweis, wollten sie sich schon seit zwei Jahren ein neues Fahrzeug zulegen. „Das hätte zwischen 120 000 und 140 000 Euro gekostet und wäre für eine kleine Gemeinde wie Göhlen nicht tragbar gewesen“, erläutert das Gemeindeoberhaupt.

Als die Göhlener Kameraden von dem Verkauf des Demener Fahrzeuges erfuhren, setzten sie sich sofort mit den Kameraden dort in Verbindung. Über den Verkauf waren sich die Kameraden schnell einig, nur die Summe bereitete den Göhlenern noch etwas Bauchschmerzen. „Das neue Fahrzeug hat 70 000 Euro gekostet, zu denen uns der Landkreis 15 000 Euro beigesteuert hat“, erzählt der Bürgermeister. Den restlichen Beitrag finanzierten sie aus dem Gemeindehaushalt. „Danken möchten wir aber auch ortsansässigen Unternehmen, die uns stark unterstützt haben“, sagt Wehrführer Jens Bonifer.

Zuvor hatten die Göhlener zwei Jahre lang Fördermittel für das neue Fahrzeug beantragt. Doch das Land lehnte den Antrag ab. „Feuerwehren mit Grundausstattung, so wie wir es sind, sind nicht mehr förderfähig“, schildert Jens Bonifer die Mitteilung. „Wenn daraus folgt, dass andere Gemeinden in der Größe von Göhlen weiterhin mit alten Fahrzeugen zum Einsatz fahren müssen, ist das auch keine Lösung“, nennt Olaf Hinrichs seine Bedenken. So seien die Wehren in Alt Krenzlin und Bresegard noch mit alten Fahrzeugen ausgestattet, fügt Bonifer hinzu. Gerade Feuerwehren im ländlichen Raum sind wichtig für den Brandschutz und zudem ein wichtiger Teil des Gemeindelebens, so Bonifer. „Ein neues Fahrzeug ist auch deshalb wichtig, damit wir unsere Aufgaben erfüllen können“, sagt der Wehrführer. So besitze das neue Fahrzeug einen 600-Liter-Löschwassertank, 30 Liter Schaummittel und haben zudem einen Spreizer und eine Schere dabei. Auch ein Beleuchtungsmast und ein Notstromaggregat gehören zur Ausstattung. Einmal mussten sie bereits mit dem 160 PS starken Einsatzwagen ausrücken. „Bei den Einsätzen erreichen wir meist die Mindeststärke an Kameraden, und die Zusammenarbeit mit den Stütz- und Schwerpunkt-Feuerwehren klappt ebenfalls gut“, sagt Jens Bonifer.

Über die Mitteilung aus dem Innenministerium ist auch der Demener Bürgermeister Thomas Schwarz verärgert. „Die Stütz- und Schwerpunkt-Feuerwehren werden es ohne die Wehren in der Fläche nicht schaffen“, sagt Schwarz. Für ihn sei die Einsatzbereitschaft und die Qualifikation entscheidend, fügt er hinzu.

Zum Hintergrund: Laut einem Schreiben des Innenministeriums solle nun nur noch Förderung in die Stütz- und Schwerpunktwehren fließen. In die Fläche solle keine Förderung mehr fließen. Für die Kameraden ist das ein Unding. Thomas Schwarz, aber auch die Kameraden wollen deshalb weiter für die Förderung kämpfen. Aber das ist eine Debatte, von der Dieter und Ursula Petermann nichts mitbekommen haben. Die Bewohner des „Fliedner-Hauses“ erkundeten beim Tag der offenen Tür das neue Fahrzeug. Natürlich testeten sie auch die Sitzreihen, auf denen im Ernstfall bis zu neun Kameraden Platz haben. „Wir würden gerne auch eine kleine Rundfahrt machen“, schmunzelt Petermann.

Einige Meter weiter standen Transportfahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes an. Doreen Karkosch und Tobias Tank präsentierten die beiden Wagen, die bei einer „Medical Task Force“ eingesetzt werden. „Wenn es einen Massencrash gibt, kann man mit diesem Transporter gleich eine mobile Behandlungsstation aufbauen“, erläutert Karkosch. In dem größeren Wagen ist ein beheiztes Zelt sowie mehrere Feldbetten vorhanden. „Hier in dem kleineren Transporter können zwei Menschen zugleich ins Krankenhaus transportiert werden“, erläutert Tobias Tank. Zudem könnten kleinere Wunden aber auch gleich vor Ort versorgt werden,ergänzt der ehrenamtliche Helfer.