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Ludwigslust Band der Freundschaft enger geknüpft

Von mick | 01.12.2017, 21:00 Uhr

Gäste aus der Ludwigsluster Partnerstadt Kamskoje Ustje (Tatarstan) nehmen nach ereignisreichen Tagen viele Eindrücke und Erlebnisse mit in ihre Heimat

Sie tanzt seit ihrem vierten Lebensjahr und zeigte in einer kurzen Darbietung auch am Donnerstagabend im Schlosscafé ihr Können: Alma aus dem Techentiner Carnevalsclub. Dafür gab es von den Gästen aus Tatarstan viel Beifall, die Delegation aus der Partnerstadt Kamskoje Ustje bekam einen Vorgeschmack auf die kommenden Auftritte der Karnevalisten in unserer Region. Und es war der Auftakt zu einem gemütlichen Beisammensein, bei dem sich Stadtvertreter, ehemalige Mitarbeiter der Stadtverwaltung Ludwigslust und Wegbereiter der Städtepartnerschaft mit den Freunden aus Kamskoje Ustje austauschen und näher kennenlernen konnten. „Es wäre schön, wenn unsere russischen Freunde auch mal zum Karneval kommen würden. Schade aber, dass der Aufenthalt bei uns nur begrenzt ist“, schmunzelte Bürgermeister Reinhard Mach. „Heute Abend wollen wir uns miteinander unterhalten, unsere Freunde haben ja in den zurückliegenden Tagen schon viel unternommen“, sagte der Ludwigsluster Bürgermeister, der sich zugleich bei Wulf-Peter Bosecke, dem Geschäftsführer der Stadtwerke für die heutige Einladung ins Schlosscafé bedankte.

Der Empfang im Rathaus, der Besuch bei der Vewoba, die Kranzniederlegung auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof und an der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Wöbbelin, die Besichtigung des Heizwerkes und einiger Industriegebiete gehörten zum straffen Programm der Gäste. Auch der Besuch der Industrie- und Handelskammer war für die Freunde aus Kamskoje Ustje sehr interessant. An der Uni Rostock schauten sich die Gäste die Forschung zur Aqua-Kultur an. Weitere Programmpunkte waren in Ludwigslust die Schlossbesichtigung und die Führung durch die Stadtkirche. Eine Besichtigung des Käsewerkes in Kummer, der Mosterei in Dodow, der Hochwasserschutzanlagen und der Hafengastronomie in Dömitz sowie der Braumanufaktur in Ludwigslust runden das Besuchsprogramm ab, ehe es dann heute nach Hamburg geht. Abends fliegen die Gäste aus der autonomen Teilrepublik Russlands dann zurück in ihre Heimat.


Dank für Unterstützung in all den Jahren „Wir haben in den vergangenen Tagen viel gesehen und erlebt, viele interessante und spannende Sachen bei euch gesehen. Und wir versuchen, davon vieles für uns zu übernehmen“, sagte Kreisdirektor Pavel Lochanov, dessen Worte Nail Sirasajev ins Deutsche übersetzte. Sirasajev ist auch einer der Mitorganisatoren der Partnerschaft zwischen Ludwigslust und Kamskoje Ustje, hatte damals gute Kontakte zum damaligen Bürgermeister Hans Jürgen Zimmermann. „Ich habe sehr gute Erinnerungen an alle Besuche in Kamskoje Ustje, es ist ein bleibendes, dankbares Erlebnis“, so Zimmermann, der sich wie viele andere freute, neben Nail auch viele andere Bekannte wiederzusehen. „Als ich damals bei Hans Jürgen Zimmermann wegen einer Städtepartnerschaft anfragte, stimmte er ohne zu zögern zu. Vielen Dank für alles, für die Unterstützung in all den Jahren“, sagte Nail Sirasajev. Manfred Böhm, ehemaliger Mitarbeiter der Stadt Ludwigslust im Bau- und Umweltamt, kennt Nail, der von 1989 bis 1992 als Angehöriger der sowjetischen bzw. dann russischen Armee in Ludwigslust stationiert war auch schon seit Anfang der 90er-Jahre. „Damals, beim Abzug der russischen Armee, habe ich mit Nail eng zusammengearbeitet, und da war alles genau zu dokumentieren“, erinnert sich Manfred Böhm. Auch der Vorsitzende der Ortsteilvertretung von Kummer, Udo Jauert, freut sich, Nail wiederzusehen. „Ich kenne ihn schon seit 25 Jahren, und auch dank ihm ist diese Städtepartnerschaft eine Erfolgsgeschichte“, sagt der erfahrene Kommunalpolitiker. Helmut Schapper, der Stadtpräsident von Ludwigslust bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: „Schön dass Sie hier sind, wir freuen uns auch als Stadtvertreter über Kontakte nach Tatarstan.“ Gerd Laudon, Stadtvertreter und ehemaliger Schulleiter der Förderschule an der Bleiche, ergänzt: „Wenn unsere Kinder das hier fortführen, was wir angeschoben haben, dann haben wir viel erreicht, dann ist das eine gute Sache.“ Bürgermeister Mach stimmt zu: „Wichtig ist dabei die menschliche Seite, das Miteinander, um Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen“, so der Ludwigsluster Verwaltungschef, der den Gästen auch kleine Geschenke, wie einen Stadtkalender und Süßigkeiten überreichte. Zur Erinnerung an den Besuch in Ludwigslust bekommen die Gäste aus Kamskoje Ustje auch eine Fotocollage über ihren Aufenthalt. Und auch die Freunde aus Tatarstan hatten besondere Präsente mitgebracht. Für Bürgermeister Reinhard Mach und den früheren Bürgermeister Hans Jürgen Zimmermann gab es eine Ehrenurkunde und Erinnerungsplakette als Anerkennung ihrer Verdienste beim Aufbau der Städtepartnerschaft.