Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Ludwigslust Aus Sky wird famila: An Schlaf war kaum zu denken

Von kahe | 04.12.2016, 21:00 Uhr

Tag und Nacht räumten 350 Mitarbeiter den neuen famila-Markt im Lindencenter ein. Montag um 8 Uhr ist die große Eröffnung.

Heiko Kuntze scheint zufrieden. Er flitzt auf seinem kleinen Cityroller durch die Regalreihen, blickt kurz nach links, dann nach rechts und lächelt. Überall stehen Kollegen, räumen Kisten aus, stecken Preisetiketten und prüfen Belegungslisten. „Es läuft“, sagt Kuntze. „Auf die Kollegen ist Verlass. Die machen so etwas ja auch nicht zum ersten Mal.“ Kuntze ist Regionalleiter der famila Handelskette und an diesem Wochenende verantwortlich für den Umbau des Supermarktes im Lindencenter. Fast 350 Mitarbeiter aus 80 famila-Märkten arbeiten im Schichtsystem rund um die Uhr, damit der neue Markt in Ludwigslust am Montag punkt acht Uhr öffnen kann. Nach dem Abverkauf bei Sky und der Inventur am Sonnabend müssen nun die Regale neu gefüllt werden. „Bei 30000 Artikeln im Sortiment ist das schon eine logistische Herausforderung“, sagt Norbert Schwarz. Der Schweriner, der die letzten 13 Jahre den Perleberger famila Markt geleitet hat, ist der neue Marktleiter in Ludwigslust. Viele seiner neuen Kollegen in Ludwigslust hat er an diesem Wochenende kennen gelernt. Alle 120 Mitarbeiter sind übernommen worden. „Und zwar zu den selben Konditionen. Auch Berufsjahre und Betriebszugehörigkeiten werden komplett angerechnet“, sagt Schwarz. „Und entlohnt wird nach Tarif.“ Der Marktleiter hatte sich schon am Sonnabend beim Abverkauf unter die Kunden gemischt. „Einige hatten Sorge, dass es ihre Lieblingsprodukte jetzt nicht mehr geben wird", sagt er. "Das wird nicht der Fall sein. Wer Waren im neuen Sortiment vermisst, soll uns das sagen. Wir kümmern uns darum.“

Am Sonntagmorgen waren 40 Kassierer in dem neuen Kassensystem geschult worden. Techniker hatten Tage zuvor den gesamten Markt mit neuen Leuchtstoffröhren versehen. Noch am Sonnabend mussten sechs Lastzüge je 120 Paletten entladen werden. Frischware, wie Obst und Gemüse, wird erst Stunden vor der Eröffnung angeliefert. „Das ist Adrenalin pur. An Schlaf ist da kaum zu denken“, sagt Schwarz. Die vielen Helfer übernachten in Hotels. „Aber sobald wir wach werden, geht es wieder zum Markt“, sagt Jessica Meyer, die eigentlich in einer Hamburger Filiale arbeitet. Dass sie den zweiten Advent so verbringt, stört sie „kein bisschen“. Im Gegenteil: „Es macht Spaß, im Team so etwas gemeinsam zu schaffen.“