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Ludwigslust Aufbruch ins neue Radzeitalter?

Von Redaktion svz.de | 22.03.2018, 05:00 Uhr

Forum Radfahren in der Stadthalle Ludwigslust: Es gibt in der Region Südwestmecklenburg noch eine Menge zu tun

Dass eine Menge gemacht werden muss, das ist allen klar. Den Anfang haben die Teilnehmer des Marktes der Möglichkeiten und des Forums Radfahren in der Stadthalle Ludwigslust gestern gemacht. „Wir brauchen bezüglich der Radwege in unserem Land klare Strukturen“, sagt Norbert Vormelker vom Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin. „Das ist zum einen das Marketing, das liefern wir. Zum anderen ist es die Infrastruktur und die muss von anderen geschaffen werden.“

Radwege – Neubau, Erhalt, Sanierung. Und die Finanzierung sowie Förderung. Auch darum geht es beim Forum Radfahren. Zahlreiche Akteure aus der Region präsentieren sich vorab beim Markt der Möglichkeiten. Mitten drin und nicht nur dabei ist auch Thielius der Barde alias René Thiel aus Neustadt-Glewe. Auf der Burg bietet er musikalische Burggänge an. Das gehört zu seinem Job als Künstler. Viel mehr noch. Gemeinsam mit dem Burgrestaurant werden unter anderem Hochzeiten ganz im Mittelalter-Stil organisiert. „Zwischendurch bieten wir dabei klassische Mittelalterspiele an“, erklärt René Thiel. Warum der Barde, der sich im historischen Gewand präsentiert, beim Markt der Möglichkeiten dabei ist, erklärt er in wenigen Worten: „Der Tourismus ist für mich als Künstler lebensnotwendig. Ich lebe davon. Deshalb ist es mir wichtig, die Attraktionen, die wir hier haben, hervorzuheben.“

Nicht nur der Neustädter Barde zeigt, welche Vorzüge das mecklenburgische Hinterland zu bieten hat, sondern auch andere Aussteller: weitere Künstler, Hoteliers, Gastronomen, Vereine... Die Bandbreite ist groß. „Ich bin sehr zufrieden. Mit so viel Resonanz habe ich nun wirklich nicht gerechnet“, sagt Ingrid Herrmann, Regionalmanagerin der Leader-Aktionsgruppe Südwestmecklenburg. Die Chancen der Region müssten stärker herausgearbeitet werden. Das sagt Florian Selig vom Velo Classico Germany. Deshalb sei er gekommen. „Die Region hat so viel Potenzial. Das muss nur besser vermarktet werden“, sagt er.

Damit dies gelinge, wurden zum Forum Radfahren Experten eingeladen – vom Tourismusverband MV, vom Infrastrukturministerium, vom ADFC MV... Dass es Nachholbedarf beim Radwegebau in der Region Südwestmecklenburg gibt, da sind sich ebenfalls alle Teilnehmer einig. „Schauen Sie sich die Region einmal so an, als würden Sie sie nicht kennen“, sagt Ludwigslusts Bürgermeister Reinhard Mach in seinem Grußwort. Sein Fazit: Es gibt noch viel zu tun. Vor allem auch bei der Beschilderung. „Vielleicht ist heute der Aufbruch für den Radwegtourismus in unserer Region. Ich wünsche uns allen dabei viel Erfolg.“

Doch Worte allein reichten nicht aus, um Mecklenburg-Vorpommern vom Listenplatz Sieben bei der Radreiseanalyse 2018 wieder nach ganz vorn zu bringen. Es braucht Konzepte, Netzwerkpartner, Kommunikation untereinander. Davon ist Bernd Fischer, Geschäftsführer des Tourismusverbandes MV, überzeugt. „Im Jahr 201 nach der Erfindung des Fahrrads erlebt es derzeit wieder eine Renaissance.“ Gemeinsam sollten Strategien entwicklelt werden. Aber kein Flickwerk beim Radwegeausbau. „Unser Lösungsansatz wäre: weniger Wege, aber zunächst in einer Top-Qualität. Und genau darauf können neue Radwege aufgebaut werden“, lautet das Fazit von Bernd Fischer. Für Volker Schulz, den stellvertretenden Vorsitzenden des ADFC MV, steht aber noch eines ganz oben auf der Agenda: „Radfahren muss wieder Spaß machen – auch im Alltag.“ Deshalb sollten alle an einem Strang ziehen – in die richtige und vor allem dieselbe Richtung. Getreu dem Motto: „Wer sein Fahrrad ehrt, der fährt.“