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ludwigslust Anruf unter falscher Nummer

Von muen | 16.12.2016, 21:00 Uhr

Betrüger rief bei Rentner in Neustadt-Glewe an und gab sich als Kripo-Beamter aus Ludwigslust aus

Die Betrüger werden immer dreister. Jetzt versuchen sie es schon mit getürkten Telefonnummern. Ein Rentner in Neustadt-Glewe erhielt einen ominösen Anruf von einem angeblichen Polizisten. Der Anrufer stellte sich als Kriminalbeamter aus Ludwigslust vor und behauptete, dass nach angeblichen Einbrüchen in Neustadt-Glewe drei Verdächtige festgenommen worden seien. Bei den Tätern habe die Polizei eine Visitenkarte mit dem Namen des 69-Jährigen gefunden.

Sprecher Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust: „Offenbar, um den Mann einzuschüchtern, befragte der Anrufer den Rentner auch noch nach den angeblichen Einbrüchen und nach seinen Vermögensverhältnissen, unter anderem dem Kontostand. Dann endete das Gespräch abrupt.“

Doch dem Neustädter kamen Zweifel und er begann zu recherchieren. So ging er in die von dem Anrufer genannte Straße, wo angeblich eingebrochen worden war. Dort erfuhr er, dass es gar keinen Einbruch gegeben habe. Daraufhin informierte er nun die echte Polizei.

„Unsere Beamten untersuchten das Telefon-Display des Rentners und stellten fest, dass die Nummer des Anrufers manipuliert war. Sie ähnelte stark der Telefonnummer der Ludwigsluster Polizei“, sagt Sprecher Klaus Wiechmann. Wir müssen davon ausgehen, dass die Nummer durch eine spezielle Computersoftware manipuliert wurde, um den Eindruck zu erwecken, dass es sich um einen Anruf der Polizei handelt.“

Bereits am Sonnabend hatte es einen ähnlichen Anruf bei einer Firma in Neustadt-Glewe gegeben. Auch hier hatte der Anrufer sich als Polizist ausgegeben und behauptet, es habe einen Einbruch gegeben (SVZ berichtete).

Die Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen Amtsanmaßung und geht davon aus, dass jeweils Straftaten, wie Trickbetrug oder -diebstahl, vorbereitet werden sollten.

„Prinzipiell erkundigt sich die Polizei telefonisch nicht nach Vermögensverhältnissen und niemand sollte darüber am Telefon Auskunft geben“, so Polizeisprecher Wiechmann. Es sei denkbar, dass die beiden getürkten Anrufe in Neustadt-Glewe in Zusammenhang stehen. Vieles deute auf einen Täter aus der Region oder zumindest mit regionalem Bezug hin.

Nicht weniger dreist als genannte Anrufe in Neustadt-Glewe waren zwei Anrufe, die eine Dömitzerin in dieser Woche an einem Tag erhielt. „Sie sollte 6000 Euro auf ein ausländisches Konto überweisen, sonst werde sie umgehend von der türkischen Polizei verhaftet“, sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Im Verlauf des anderen Aufrufs wurde die 62-Jährige aufgefordert, 360 Euro auf ein angebliches Notarkonto in der Türkei einzuzahlen. Sie ging jedoch nicht auf die Forderungen ein und informierte die Polizei.

Die Beamten weisen darauf hin, dass potenzielle Opfer durch solche Anrufe eingeschüchtert und verunsichert werden sollen. „Bei einem entsprechenden Verdacht sollte das Telefongespräch sofort beendet und die Polizei informiert werden“, rät Polizeisprecher Klaus Wiechmann.