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Lokales

23. November 2017 | 18:02 Uhr

Lokführer unter Verdacht

vom

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erstellt am 31.Jan.2011 | 07:24 Uhr

Hordorf | Nach dem schweren Zugunglück in Sachsen- Anhalt mit zehn Toten wird gegen den Lokführer des Güterzugs ermittelt. Möglicherweise hatte der 40-Jährige vor der Kollision mit dem Personenzug ein Haltesignal überfahren. Es bestehe ein Anfangsverdacht wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und der Gefährdung des Bahnverkehrs, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Magdeburg gestern mit. Zwei der 23 Verletzten schwebten noch in Lebensgefahr, darunter ein zehn Jahre altes Mädchen.

Bei dem ungebremsten Zusammenstoß wurde ein Regionalzug am Sonnabend von dem rund 2700 Tonnen schweren Güterzug von den Schienen geschleudert. Bei den drei bisher identifizierten Toten handelt es sich um zwei Männer im Alter von 63 und 74 Jahren sowie den 35-jährigen Lokführer des Regionalzugs. Die Identifizierung der anderen sieben Leichen ist schwierig, weil einige Opfer wegen der Wucht des Aufpralls völlig entstellt sind.

Die Ermittler sicherten weitere Spuren. "Die Ergebnisse der Auswertung der beiden Fahrtenschreiber werden frühestens im Verlauf der Woche erwartet", sagte ein Sprecher der Polizei. Der Lokführer des Güterzugs soll in den nächsten Tagen befragt werden. Den Verdacht gegen den Mann führten die Ermittler zunächst auf eine Zeugenaussage zurück. Oberstaatsanwältin Silvia Niemann wollte später aber nur noch von "Indizien" sprechen. Auch ein technischer Defekt als Unglücksursache sei nicht ausgeschlossen.

Die Bundespolizei wies gestern Spekulationen zurück, wonach sich der Fahrer des mit Kalk beladenen Güterzugs beim Aufprall nicht im Führerstand aufgehalten hatte, sondern in der zweiten Diesellok. Ein Sprecher der Salzgitter AG, für deren Tochtergesellschaft VPS der Güterzug mit 32 Waggons unterwegs war, wies darauf hin, dass es Zugführern strikt verboten sei, sich in der hinteren Lok aufzuhalten. Der 40-Jährige habe sich auf der Unglücksstrecke gut ausgekannt. Er hatte bei dem Zusammenstoß im dichten Nebel lediglich Prellungen erlitten und wurde bereits am Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen.

Die Unfallstelle ist inzwischen komplett geräumt, der zerstörte Personenzug wurde zerlegt und abtransportiert. Zum Gedenken an die Opfer wurden am Unglücksort ein Holzkreuz und Kerzen aufgestellt.

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