Lok flott gemacht

Brüeler Kameraden als Monteure: Sie mussten die Schrauben für ein Schild an der Lok lösen.
Brüeler Kameraden als Monteure: Sie mussten die Schrauben für ein Schild an der Lok lösen.

Ihr jüngster Einsatz war schon ein ungewöhnlicher für die Brüeler Kameraden, sagt Wehrführer Torsten Reiher. Einsatzort war der Bahnhof in Blankenberg.

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12. Oktober 2009, 08:03 Uhr

Brüel | Sonntagabend 19.15 Uhr: Über Pieper wurden die Kameraden der Brüeler Freiwilligen Feuerwehr alarmiert. In der Stadt heulte die Sirene. Im Gerätehaus dann erste Informationen per Fax: An einer Lokomotive im Bahnhof Blankenberg werden Schneid- und Brennarbeiten erforderlich.

"Ein IC, der aus Schwerin in Richtung Rostock unterwegs war, hatte mit 160 km/h einen Bernhardiner überfahren. Der Lokführer hatte das bemerkt. Bei seiner Kontrolle in Blankenberg musste er feststellen, dass das Schild vor der Lok stark verbogen war. Er befürchtete, dass es beim Überfahren einer Weiche hängen bleiben könnte", beschreibt Brüels Wehrführer Torsten Reiher die Situation. Hinzugerufen worden war neben den Kameraden auch ein Bahnmanager.

Die Brüeler Kameraden sollten das Schild an der Lok geradebiegen bzw. abbauen. "Über einen solchen Einsatz waren wir schon ein bisschen erstaunt", sagt Reiher und spricht hier auch für die rund 20 Kameraden, für die der Sonntagabend so ein ungewöhnliches Ende fand.

"Ich war ebenso erstaunt, als ich von dem Einsatz erfahren habe", meint Amtswehrführer Olaf Schröder auf SVZ-Anfrage. Es gebe immer wieder Einsätze, bei denen sich die Kameraden fragen, ob die Feuerwehr wirklich die richtige Adresse sei. Muss beispielsweise, wie jüngst in Plau, die Feuerwehr für eine Türöffnung alarmiert werden? Und müssen die Kameraden unbedingt noch in der Nacht hinausfahren, um einen Ast von einer kaum befahrenen Straße zu räumen? "Aber wir sind vor Ort und sehr gut ausgerüstet", macht Schröder den Zwiespalt deutlich. Zudem sei es sicherlich besser, im Zweifelsfall einmal mehr als zu wenig zu alarmieren, weiß er auch. "Dass ist vielleicht auch ein bisschen der Preis für die große Leitstelle, die wir jetzt haben", sagt er. "Die Problematik, dass zu viel alarmiert wird, ist bekannt und wir beraten uns darüber auch auf Landkreisebene", ergänzt er.

"Der Einsatz der Brüeler Feuerwehr auf dem Blankenberger Bahnhof gehört nicht zu unserem Aufgabenspektrum. Hier war keine Gefahr in Verzug", stellt Kreisfeuerwehrführer Dietmar Arendt klar. Dass es zu solchen und ähnlichen Einsätzen kommt, werde aber wohl auch künftig nicht verhindert werden können. "Wenn ein Bürger die Leitstelle anruft und meldet, dass Gefahr in Verzug ist, alarmiert diese auch", so Arendt. Im Blankenberger Beispiel hätte die Verantwortung beim Bahnmanager gelegen und auch die Bahn selbst verfüge über entsprechendes Personal. "Obwohl wir als Feuerwehr dem Bahnmanager unterstellt sind und uns auch nicht verweigern. Aber in diesem Fall könnte die Wehr nach ihrer Gebührenordnung einen kostenpflichtigen Einsatz berechnen", so der Kreisfeuerwehrführer.

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