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Einwohner wehren sich : Loizer mit klaren Worten gegen Hühnerfarm

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Der Widerstand gegen eine Legehennenfarm, die Torsten Redmann bauen will, wächst. "Anlage errichtet - Loizer Idylle vernichtet! Wir sagen: NEIN!!!" So heißt es in großen Buchstaben am Zaun von Gerhard Groth.

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erstellt am 19.Okt.2012 | 11:05 Uhr

Loiz | Im Witziner Ortsteil verstärkt sich der Widerstand gegen eine Legehennenfarm für 39 990 Tiere in Freihaltung, die der Loizer Landwirt Torsten Redmann bauen will (wir berichteten). Auf Transparenten an ihren Grundstücken bekunden nun Gegner des Vorhabens mit deutlichen Worten, was sie davon halten.

"Anlage errichtet - Loizer Idylle vernichtet! Wir sagen: NEIN!!!" So heißt es in riesigen Buchstaben am Zaun von Gerhard Groth, der gerade den Rasen mäht. Er stellt das Gerät ab und macht klar, was ihn so gegen die geplante Investition aufbringt: "Ich bin 1993 in der Hoffnung, Frieden zu finden, von Sternberg hergezogen. Doch den habe ich jetzt nicht mehr. Die Wohnqualität verschlechtert sich durch Geruch und Federflug von so einer Hühnerfarm immens. Das ist für mich ein gravierender Eingriff in Flora und Fauna, der auch zu gesundheitlichen Schäden führen kann. Ich habe mich ausgiebig informiert."

Als wichtigsten Grund für die geplante Investition nennt der Landwirt, dessen Familie seit 20 Jahren Ackerbau betreibt, ein zweites Standbein schaffen zu wollen und so gegen Risiken durch Wetter, Politik und Entwicklungen an der Börse besser gewappnet zu sein.

Gerhard Groth akzeptiert das nicht, spricht von einer "Eierschwemme" in Europa, die Kleinstproduzenten in anderen Teilen der Welt das Leben schwer mache. "Deshalb brauchen wir hier keine neue Hühnerfarm", bekräftigt er. "Wenn ich mit 72 Jahren auch nicht mehr viel tun kann, so bin ich es meinen Kindern und Kindeskindern schuldig, gegen diese Investition das Wort zu erheben. Wir tragen doch Verantwortung. Ich hoffe, dass auch die Witziner aufwachen. Denn ihr Dorf liegt genau in der Huptwindrichtung."

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