Logistik-Zentrum als Seifenblase?

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10. Juli 2009, 08:44 Uhr

Güstrow | 8000 Jobs soll ein neues Logistikzentrum für Güstrow bringen - die Nachricht schlug im April wie eine Bombe ein. Das Projekt werde sich verzögern, erklärt ein potenzieller Investor jetzt. Skepsis besteht dazu im Rathaus und im Wirtschaftsministerium.

Für die kommenden Tage kündigt der Investor, der namentlich noch nicht genannt werden möchte, eine Entscheidung an: Das für das Logistik-Zentrum erwählte Grundstück der alten Zuckerfabrik sei wohl vom Tisch. Grund: Besitzer Nordzucker verlange einen zu hohen Preis. "Es gibt aber eine Alternative", sagte der Unternehmer gestern.

Die Pläne indes seien geblieben: ein großes Logistik-Zentrum, das Container von Schiffen aus dem Rostocker Hafen auf die Schiene bringen soll. Von 8000 Jobs sprach der Unternehmer, der nach eigenen Angaben für eine Investoren-Gruppe agiert. Dabei beibe er, aber: "Es hat sich verschoben." In "fünf bis acht Jahren" sei die genannte Zahl für ihn realistisch. Zunächst solle kleiner angefangen werden. Er stellt erneut klar: "Ich kann eine Projektierung erst machen, wenn wir das Grundstück sicher haben." Es habe Gespräche mit Bürgermeister und Ministerien gegeben. Forderung dabei: Die Rahmenbedingungen müssten stimmen. So sprach der Unternehmer gestern von einer neuen Autobahn-Abfahrt, die nötig sei, um die Container per Lkw problemlos in die Stadt zu fahren - aus seiner Sicht machbar "zwischen Laage und Glasewitz. Das muss alles geklärt sein".

Kernfrage: Gibt es Fördermittel?Nach Auffassung des Verkehrsministeriums ist Güstrow mit zwei Anschlussstellen der A 19 "gut angebunden", so Sprecherin Julia Hasse. Es sei aber möglich, bei Nachweis höheren Verkehrsaufkommens einen weiteren Anschluss zu beantragen.

Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt bestätigt Gespräche mit dem Unternehmer: "Da wurde auch über andere Grundstücke gesprochen." Er warte aber erst einmal auf eine "Machbarkeitsstudie" aus dem Wirtschaftsministerium. Kernfrage: Gibt es Fördermittel?

Skeptische Töne auch aus dem Wirtschaftsministerium: Ja, es habe Kontakte gegeben, so Sprecher Gerd Lange, dann aber "keine vertiefenden Gespräche". Grundsätzlich habe die Logistikbranche eine Zukunft. Lange stellt klar: "Fördermittel gibt es dann, wenn konkrete Planungen vorliegen." Davon sei das Güstrower Projekt gegenwärtig aber weit entfernt.

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