zur Navigation springen

Diskussionen über den großen Zusammenschluss : Löst Großgemeinde Mildenitz das Amt ab?

vom

Im Amt Goldberg-Mildenitz finden erste Gedankenspiele für eine große Fusion aller Gemeinden statt. Hintergrund ist die Not der Gemeinden Wendisch Waren und Diestelow. Sie müssen sich bis zum Jahresende Partner suchen.

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2011 | 08:34 Uhr

Goldberg | Im Amt Goldberg-Mildenitz finden erste Gedankenspiele für eine große Fusion aller Gemeinden statt. Hintergrund ist die Not der beiden Gemeinden Wendisch Waren und Diestelow. Sie müssen sich bis zum Jahresende Partner suchen, da ihnen sonst auf Beschluss des Innenministeriums finanzielle Einbußen drohen. Doch wer soll sich mit wem zusammentun?

Wendisch Waren mit 351 Einwohnern könnte mit Diestelow, die über 473 Einwohner verfügen, fusionieren. Denkbar wäre auch, dass die Wendisch Warener sich zu Goldberg bekennen und Diestelow nach Passow wechselt. Die Goldberger ihrerseits könnten sich vorstellen, mit beiden Gemeinden zu fusionieren. Die letzte Entscheidung, die bis zum Jahresende fallen muss, haben die Gemeindevertretungen von Diestelow und Wendisch Waren, .

Mittlerweile macht eine neue Idee bei den Bürgermeistern des Amtsbereiches Goldberg-Mildenitz die Runde: Die Fusion aller Gemeinden zu einer Samtgemeinde und die Auflösung des Amtes ist im Gespräch. Wenn überhaupt, wird es erst nach der jetzigen Legislaturperiode, also nach 2014, akut werden. Immerhin würde statt sieben Gemeindevertretungen nur noch eine agieren, statt sieben Bürgermeistern nur noch einer, gäbe es statt sieben Haushaltsplänen nur noch einen. Der Verwaltungsaufwand würde also deutlich gemindert werden, hoffen die Bürgermeister. Außerdem ist damit zu rechnen, dass bei einer noch zu erwartenden Funktionalreform im Land weitere Aufgaben auf die Ämter übertragen werden.

Das Innenministerium in Schwerin bestätigt auf Nachfrage, dass die Bildung einer Großgemeinde oder Einheitsgemeinde nach der Kommunalverfassung des Landes möglich sei. Zwei davon, Sanitz und die Feldberger Seenlandschaft, gibt es bereits. Schon bei der Beratung am 15. Februar mahnte Marc Reinhardt von der CDU-Fraktion im Landtag, dass die Fusionen erweitert werden müssten. Er forderte sogar, dass sich Ämter zusammenschließen sollten.

Doch noch ist es ein langer Weg mit vielen Diskussionen, denn die Gemeinden möchten natürlich ihre Selbständigkeit so lange wie möglich bewahren. Sollte die große Fusion kommen, könnten in den einzelnen Gemeinden, die dann Ortsteile sind, Ortsteilbeiräte gewählt werden, um so das Mitspracherecht zu wahren.

Dazu kommt die recht unterschiedliche Finanzausstattung der Gemeinden. Auch wenn derzeit alle amtsangehörigen Gemeinden über einen nicht ausgeglichenen Haushalt (1,549 Millionen Euro gesamt, 212,35 Euro je Einwohner) verfügen, so ist das Defizit recht unterschiedlich. Die Stadt Goldberg hat bei 3211 Einwohnern 495 400 Euro (je Einwohner 154,28 Euro), Mestlin 473 000 (je Einwohner 600,25 Euro) und Wendisch Waren beispielsweise 160 000 Euro Schulden, damit 455,84 Euro je Einwohner. Den geringsten Schuldenberg haben die Dobbertiner mit 104 100 Euro, das sind 88,30 Euro je Einwohner.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen