Löschen, singen, gärtnern

Karstädts Ortsvorsteher Andre Lüdemann (M.) nutzte beim  Stammtisch die Möglichkeit zum Gespräch mit Vertretern der  eingeladenen Vereine.
Karstädts Ortsvorsteher Andre Lüdemann (M.) nutzte beim Stammtisch die Möglichkeit zum Gespräch mit Vertretern der eingeladenen Vereine.

von
12. Januar 2010, 09:00 Uhr

Karstädt | "Das Ehrenamt hat für mich einen hohen Stellenwert und kann nicht mit Geld aufgewogen werden", unterstrich Karstädts Ortsvorsteher Andre Lüdemann auf dem jüngsten Vereinsstammtisch, zu dem er Vertreter der 15 Vereine aus Karstädt, Postlin und Stavenow eingeladen hatte. Anliegen war es, dass sich die Vereine untereinander besser kennen lernen, und ihre Arbeit, Erfolge, aber auch Probleme und Sorgen darlegen. Die Gemeinde werde, so lange sie es könne, die mehr als 40 eingetragenen Vereine von Pröttlin bis Kribbe weiter mit einer Grundförderung unterstützen, machte Bürgermeister Udo Staeck deutlich.Verdienstvolle Ehrenamtler sollen auf dem geplanten Handwerkerforum im Februar ausgezeichnet werden.

Mit 260 Mitgliedern von fünf bis 70 Jahren ist der SC Hertha Karstädt der größte Verein. "Wir sind in sieben Sportarten aktiv und haben mit das schönste Sportareal, das es im Landkreis gibt", hob Vereinsvorsitzender Jens Mewes die guten objektiven Bedingungen hervor. Mit der Erweiterung der Angebote für Ältere wolle der Verein auch in Karstädt der demografischen Entwicklung Rechnung tragen. Nicht genug mit Worten Danke sagen könne er den Übungsleitern, die jährlich 200 bis 250 Stunden ehrenamtlich tätig sind, betonte Jens Mewes.

Ein starkes Team mit 150 Mitgliedern ist auch die Volkssolidarität (VS) mit Inge Kern an der Spitze. "Verstärkt werben wir Jüngere für unsere Ortsgruppe", betonte sie. Mit durchschnittlich 15 Veranstaltungen, die bereits im September für das neue Jahr geplant werden - 2010 sind es gar 18, bereichert die VS den Angebotskalender im Ort.

Verjüngung strebt auch das Diakoniewerk Karstädt/Bad Wilsnack mit seinen 55 fest angestellten Mitarbeitern und vielen Ehrenamtlichen an. Besonders im Betreuungsverein suche man Ehrenamtler, meinte Evelyne von Lentzke.

90 Mitglieder, davon 30 Aktive, zählt die Feuerwehr Karstädt. Sie hat im Jahr 30 bis 40 Einsätze. "Drei Minuten nach der Alarmierung ist das erste Fahrzeug raus. Die Bürger können sich auf uns verlassen", versicherte Wehrführer Hartmut Gerloff. Doch macht ihm das steigende Durchschnittsalter der Mitglieder Sorgen. "Das Problem ist, wir bilden Jungen und Mädchen aus. Doch wenn sie ausgelernt haben, gehen sie mit dieser guten Ausbildung zum Studium oder ziehen der Arbeit hinterher." Aktuell zählt die Jugendfeuerwehr, die im Juni 2010 mit einem Tag der offenen Tür ihr 30-jähriges Bestehen feiert, 14 Mitglieder. "Wir werden das Werben für die Feuerwehr verstärken und dafür auch das Amtsblatt nutzen", unterstrich der Wehrführer.

Nachwuchssorgen, aber weitaus akuter als bei der Feuerwehr, plagen den Gemischten Chor Karstädt. Er besteht 16 Jahre, leistet eine kontinuierliche Arbeit und strahlt mit seinem Können über die Gemeindegrenzen hinaus. "Unser großes Problem ist der Altersdurchschnitt, er liegt bei 65 Jahren, und damit verbunden das Nachlassen der Stimme", meinte Chorleiterin Rosemarie Rexin. Nachwuchs bei allen Stimmen werde daher dringend benötigt.

In besten Zeiten zählte der Anglerverein Karstädt, der den Garliner See als Angelgewässer nutzt, 150 Mitglieder. Heute sind es noch zirka 50, darunter allerdings nur wenig Kinder und Jugendliche. "Wir hoffen jedoch, dass wir nicht noch weiter schrumpfen", meinte Vorstandsmitglied Werner Kern.

"Auch wir suchen für den Fortbestand unseres Vereins junge Leute. Bereits ab sechs Jahren ist es möglich mitzumachen", erklärte Klaus-Dieter Dahnke vom Rassekaninchenzuchtverein, der 15 Mitglieder zählt.

Das Schrumpfen der Einwohnerzahl Karstädts schlägt sich auch auf die drei Kleingartenvereine nieder. Besonders betroffen sind die Vereine "Feierabend" und "Waldhöhe". "Wir haben über 50 Gärten, aber nur noch 17 Nutzer und sind froh, wenn wir zum Jahresende die Pacht zusammen bekommen", meinte Vorsitzender Gerd Seehagen. Die Anlage "Feierabend", die fast 50 Jahre besteht, schrumpfte von 240 auf 131 Mitglieder. Froh ist der Verein, dass in einer Maßnahme der LEB Quitzow einige Gärten

bewirtschaftet werden, deren Produkte der Perleberger Tafel, die auch eine Außenstelle in Karstädt unterhält, zugute kommen.

Mit 32 Jahren bringt es der Heimatclub Postlin DPHC auf ein weit über die Gemeinde Karstädt hinaus einmaliges junges Durchschnittsalter. Obwohl einige Mitglieder auswärts studieren, leben oder arbeiten, halten sie nicht nur die Verbindung zum Heimatort, sondern unterstützen auch aktiv die Vereinsarbeit. 2010 begeht Postlin sein 665-jähriges Bestehen und ist zugleich Gastgeber des Kreiserntefestes. "Ich bin eigentlich zufrieden mit dem Geleisteten in der kurzen Zeit, in der es den Verein gibt", erklärte Ortsvorsteher Andre Lüdemann, zugleich Vorstandsmitglied.

"Nachwuchsarbeit ist ganz, ganz wichtig", weiß auch KCK-Präsident Torsten Will. Knapp über 100 Mitglieder zählt der 1974 gegründete Karnevalsverein. Der KCK kann sich nicht beklagen und konnte für das Programm der kommenden sechs Veranstaltungen eine neue Teenie-Tanzgruppe aktivieren.

"Wir organisieren zwar selbst keine Veranstaltungen, unterstützen aber schulische Aktivitäten, Exkursionen, Schulfeste und andere Vorhaben der Grundschule Karstädt, präsentieren uns in der Öffentlichkeit und machen damit Werbung für die Schule", umriss Vereinsvorsitzender Frank Funke das Anliegen des Fördervereins der Grundschule.

Ein Fest steht dem Förderverein Historisches Stavenow 2010 ins Haus. Zwar stehe der genaue Termin noch nicht genau fest, doch wolle man mit Stavenowern und Gästen das zehnjährige Vereinsbestehen feiern, kündigte Vorsitzender Reinhard Leber an.

"Wir sind auf dem besten Wege, die Patronatskirche in den Mittelpunkt zu stellen", so der Stavenower mit Blick auf die jüngsten Arbeiten am Turm und das Wiederanbringen einer Uhr.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen