Lkw-Chaos auf B5 nur aufgeschoben

Gilt erst seit dieser Woche in einigen Ortschaften an der B 5 für Lkw.
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Gilt erst seit dieser Woche in einigen Ortschaften an der B 5 für Lkw.

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28. September 2010, 09:18 Uhr

Boizenburg | Das größte anzunehmende Chaos auf der B5 ist gestern Nachmittag noch einmal knapp vermieden worden. Ansonsten hätten die Straßenbehörden des Landkreises Herzogtum Lauenburg die B5 zwischen Lauenburg und Geesthacht für schwere Lkw dicht gemacht. Der Termin war schon länger bekannt, dennoch hofften alle auf ein Einlenken. Letztendlich war es der Vorstoß der Lüneburger, der die Sperrung stoppte. Der dortige Kreis hat Angst, dass sich die Brummis dann den Weg über die B 209 nach Lüneburg zur Autobahn suchen oder, noch schlimmer, den Weg über die Elbuferstraße nehmen.

Mecklenburgs Politiker waren hingegen vor allem eines, empört. Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) verwies darauf, das er schon vor Monaten einen Antrag an das Bundesministerium absandte, um eine Maut zu erreichen. Eine Antwort stehe noch aus. Er kündigte an: "Wir brauchen ein Gesamtkonzept, das alle betroffenen Bundesländer einbezieht. Dazu findet Mitte Oktober ein gemeinsames Treffen statt." Sein Staatssekretär Sebastian Schröder wurde da deutlicher: "Das eigenmächtige Vorgehen von Schleswig-Holstein ist auch deshalb völlig unverständlich, weil der Bundesverkehrsminister nach entsprechenden Forderungen aus Mecklenburg-Vorpommern ein Konzept für den Verkehr auf der Bundesstraße B 05 erarbeitet, das die Interessen aller Bundesländer berücksichtigen soll. Zumindest seit dieser Woche hat der Landkreis Ludwigslust in Abstimmung mit dem Landesverkehrsministerium ein Tempolimit von 30 km/h in mehreren Orten an der B 05 ausgesprochen. Mit dem Mautantrag setzen wir an der Ursache des Problems an. Sperren und Bemauten gleichzeitig geht aber nicht."

Bei der Bevölkerung kam bisher vor allem an, dass die Politik nicht handeln kann oder will. In zahlreichen Orten haben sich Initiativen gegründet, die die Mautflüchtlinge so schnell wie möglich auf der Autobahn sehen wollen.

Mecklenburg würde unter einer Sperrung in Schleswig-Holstein am meisten leiden. Denn viele der Lkw-Fahrer würden erst dann zur Besinnung kommen, wenn die Polizei sie stoppen würde. Mecklenburgs Beamte hatten sich angesichts der drohenden Sperrung schon darauf eingestellt, die Brummis auf Höhe Schwartow von der B 5 zu holen und auf die B 195 zu lenken. Doch das wäre nicht einmal eine Notlösung, denn die B 195 ist nur dem Namen nach eine Bundesstraße. Die nächsten Proteste der Menschen aus Schwartow, Lüttenmark, Greven oder Gallin wären vorprogrammiert. Außerdem hätte die Polizei dann ständig an der B 5 stehen müssen, denn von den Schildern allein lässt sich kein Lkw-Fahrer aufhalten. Das Ganze ist gestern in letzter Minute aufgeschoben worden, die Schilder lagen schon fertig, die Firmen waren beauftragt, die ersten Kontrollen geplant. Verkehrsminister Jost de Jager (Schleswig-Holstein) wird damit vor allem Handlungsbereitschaft demonstriert haben wollen. Jetzt gibt es eine geschätzte Frist von zwei Wochen, in denen die Parteien sich einigen sollen. Das Gericht hat den beteiligten Parteien dafür ein Mediationsverfahren angeboten. Lüneburg will dort, so Kreisrätin Monika Scherf, mitmachen. Vielleicht kann sich Mecklenburg-Vorpommern im Sinne aller auch dazu aufraffen.

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