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Lokales

24. August 2017 | 02:52 Uhr

Linden-Erhalt auf wackligem Boden

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Warnemünde | Das Bürgerbegehren für die Kopflinden in der Warnemünder Mühlenstraße wackelt. Nach der Prüfung durch die Verwaltung geht Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) davon aus, dass ein Bürgerbegehren unzulässig ist. Die Begründung: Im Ablauf eines förmlichen Verfahrens müssen die Träger der öffentlichen Belange beteiligt werden. Würde durch einen Bürgerentscheid aber vorzeitig ein Erhalt festgelegt, nehme man den Interessensvertretern wie Handels- oder Naturschutzverbänden ihr Recht auf Mitsprache. Unabhängig von ihrer eigenen Einschätzung muss die Hansestadt das Bürgerbegehren beim Innenministerium einreichen. Laut Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) ist das gestern geschehen. Der Oberbürgermeister glaubt, dass auch das Land ein Bürgerbegehren zu den Linden für unzulässig erklärt. "Ich gehe davon aus, dass die Behörde zu dem gleichen Ergebnis gelangt wie wir", so Methling.

Unterdessen liegen die Ergebnisse eines Linden-Gutachtens, das der Leiter des Instituts für Baumpflege Hamburg, Professor Dirk Dujesiefken, im Auftrag der Hansestadt Rostock angefertigt hat, im Rathaus vor. Demnach sollen einige der Bäume erhalten bleiben können - vorausgesetzt, dass bei der Straßensanierung mit großer Vorsicht gearbeitet wird.

Dujesiefken hatte sich Ende August vier der 67 noch erhaltenen Bäume genau angesehen, dabei auch die Wurzeln gründlich untersucht und die unterirdischen Leitungen in Augenschein genommen. Schon zu Beginn wurde dabei klar, dass die zirka 130 Jahre alten Linden jeweils nur als Einzelfall betrachtet werden können. Die untersuchten Bäume haben beispielsweise einen unterschiedlichen Grad an Fäulnis gebildet.

Inzwischen haben sich jetzt auch 30 Gewerbetreibende aus der Mühlenstraße, die sich direkt betroffen fühlen, zu Wort gemeldet. In einem Schreiben an die Bürgerschaftspräsidentin und den Ortsbeirat plädieren sie für die Sanierung der Einkaufsmeile. Ihre Vorschlag: Ein Kompromiss, bei dem die vorhandenen Linden einbezogen und die Lücken mit neuen Bäumen bepflanzt werden.

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erstellt am 08.Sep.2010 | 10:09 Uhr

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