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Lokales

23. September 2017 | 16:40 Uhr

Liebestolle Rehe sorgen für Gefahr

vom

svz.de von
erstellt am 26.Jul.2011 | 05:57 Uhr

Prignitz | Im Juli und August haben die Rehe Paarungszeit, die bei anhaltendem heißen Wetter beginne. Sie bedeutet eine Gefahr für die Autofahrer, warnt der Deutsche Jagdschutzverband (DJV). "Denn ist der Rehbock auf Brautschau, treibt er seine Verehrte auch tagsüber oft kilometerweit durch Wald, Flur und über Straßen" , erklärt DJV-Pressesprecher Torsten Reinhold. Habe "der Bock seine Ricke erst einmal im Visier, fahren die Hormone Achterbahn - und die Autos nach wie vor auf den Straßen. Mag der Rehbock auch rot sehen, das Signallicht einer Ampel interessiert ihn schlichtweg nicht", beschreibt Reinhold bildhaft die möglichen Folgen. Die Unfallgefahr steige in dieser Zeit.

Der DJV rät daher, jetzt und in den kommenden Wochen auch tagsüber mit verstärktem Wildwechsel zu rechnen. Zudem appelliert der Verband an das Verantwortungsbewusstsein der Autofahrer, insbesondere auf Landstraßen entlang der Wald-Feld-Grenzen mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren.

Die aktuelle Wildunfall-Statistik des DJV weist für das vergangene Jahr bundesweit 214 483 Unfälle mit Rehwild aus. "Das sind zirka acht Prozent mehr als im Vorjahr. Der Landkreis Prignitz gehört zu denen mit einem relativ hohen Anteil an Wildunfällen. Sie machten im vergangenen Jahr mit 913 Kollisionen gut ein Drittel des Gesamtunfallgeschehens aus. Außerhalb geschlossener Ortschaften wurden sogar knapp 65 Prozent aller Verkehrsunfälle durch Wild verursacht. Und für das erste Halbjahr 2011 weist die Statistik der Polizei schon wieder 420 Unfälle mit Wild aus. Eine Aufschlüsselung, wie häufig daran Rehe beteiligt waren, gebe es aber nicht, so die Prignitzer Polizeisprecherin Bianca Krege.

In der Kreisverwaltung Prignitz, zu der auch die untere Jagdbehörde gehört, war zu erfahren, dass in diesem Jahr von Mai bis jetzt bei Wildunfällen insgesamt 33 Tiere getötet wurden, davon 31 Rehe, teilt Landkreis-Sprecherin Christel Spenn mit. Wie die Polizei auch verweist sie darauf, dass es ausgewiesene Schwerpunktregionen an Prignitzer Straßen nicht gebe. Zwar sei eine Häufung von Wildunfällen auf den Bundesstraßen B 189 und B 5 zu verzeichnen. Doch auch auf Nebenstrecken sei Achtsamkeit geboten. "Die Verkehrsunfälle ereignen sich auf dem gesamten Straßenverlauf in der Prignitz. Durch die einstmals eingerichteten Probestrecken mit optischen oder auch anderen Wildwarnern konnten keine dauerhaften Unfallrückgänge erreicht werden. Das Wild hat sich nach einiger Zeit daran gewöhnt und suchte sich andere Querungen über die Straßen", beschreibt Bianca Krege . Die Probestrecken waren seinerzeit ein Projekt in enger Zusammenarbeit der Polizei mit dem CJD Prignitz.

Bei den derzeit eher sommerlich kühlen Temperaturen sei das Brunftgeschehen des Rehwildes zwar verhaltener, Achtsamkeit auf den Straßen ist aber trotzdem geboten. "Der Liebe wegen - zum Rehwild", appelliert Reinwald.

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