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Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege : Liebe zu traditionellem Handwerk

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Bis Dienstag arbeiten Jugendliche aus Deutschland und Polen im Rahmen eines Seminars der Jugendbauhütten Wismar und Stralsund auf dem Gelände der Ziegelei Benzin, um Kenntnisse im alten Handwerk zu vertiefen.

svz.de von
erstellt am 02.Jul.2011 | 10:07 Uhr

benzin | Bis Dienstag arbeiten gut 50 Jugendliche aus ganz Deutschland und Polen im Rahmen eines Seminars der Jugendbauhütten Wismar und Stralsund auf dem Gelände der Ziegelei Benzin, um ihre Kenntnisse über altes Handwerk praktisch zu vertiefen. Alle Teilnehmer leisten ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege.

Ob traditionelle Zimmerei, Schmiede oder Lehmbau - die jungen Leute durchlaufen nacheinander verschiedene Stationen. "Zu uns kommen sowohl reguläre Schulabgänger als auch Studien- und Schulabbrecher. Wir hatten auch schon diplomierte Architekten bei uns. Eigentlich spielt das Vorher allerdings so gut wie keine Rolle, denn es sind alles motivierte Leute, die aus freier Entscheidung hier sind, nichts als Zwang empfinden", sagt Martin Bettermann, Leiter der Jugendbauhütte Wismar, der mit seiner Stralsunder Kollegin Jana Szczecin nach Benzin gekommen ist.

Mit im Zentrum stehe das Ziel, Hilfe bei der Berufsorientierung geben. Durch die Vorbildung seien die Voraussetzungen besser: "Wer bei uns war, hat in der Regel kein Problem damit, eine Lehrstelle zu finden. Doch ich sehe nicht nur das als Erfolg an. Die Zeit hier bringt auch Klarheit. Manche merken, dass die Arbeit in diesem Bereich nichts für sie ist und hören - wenn auch die Ausnahme - wieder auf. Das ist besser, als sich zu irgendetwas zu zwingen." Die meisten Teilnehmer sind Abiturienten, Zehntklässler kommen oft nicht direkt nach der Schule.

Neben der Vervollständigung von vier Lehmbauhütten und dem Neubau einer weiteren werden in diesem Jahr in Benzin unter anderem 500 Klosterformatsteine - ein mittelalterliches Größenmaß - geformt. Die Masse dafür kommt aus der 2006 stillgelegten Ziegelei in Malliß. Dort noch vorhandene Lochstein-Rohlinge wurden in Benzin wieder eingeweicht - Recycling besonderer Art. Die jetzt umgeformten Steine sollen zusammen mit 500 aus Dänemark gelieferten Rohlingen anlässlich des am 1. und 2. September stattfindenden "Internationalen Backsteinkongresses" vor St. Marien in Wismar gebrannt und später in den Turm der Kirche eingebaut werden.

Mit Freya Kuhn aus Oldenburg und Franziska Schneider aus Weimar gehören auch zwei junge Frauen zu den Mitwirkenden. Beide Abiturientinnen wollen zwar andere berufliche Wege einschlagen, sehen ihre Teilnahme jedoch unabhängig davon als gute Entscheidung an: "Geschichte und Kultur ist für alle Menschen wichtig."

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