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Ergebnis unseres Aufrufes zur Radserie : Lewitz - das Mekka im Radlerherzen

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In den letzten Wochen sind wir mit Ihnen einmal öfter "aufs Rad gestiegen". Wir zeichneten schöne Radtouren und natürlich wollten wir auch wissen, auf welcher Strecke Sie am liebsten ihre Seele baumeln lassen.

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erstellt am 15.Apr.2011 | 10:19 Uhr

Parchim/spornitz | In den vergangenen Wochen sind wir mit Ihnen einmal öfter "aufs Rad gestiegen". Ja klar, es ist Frühling und damit endlich wieder herrlichste Radler-Zeit. Um ein wenig mehr Geschmack darauf zu machen, berichteten wir von Elektro-Fahrrädern, die den Zweiradmarkt erobern, traten in die Pedalen mit Parchims Radler-Urgestein Horst Serwitzki, entdeckten die kleinen Schritte ins Radlerglück. Wir zeichneten schöne Radtouren und natürlich wollten wir wissen, auf welcher Strecke Sie am liebsten ihre Seele baumeln lassen.

Heute nun geht es über die Zielgerade. Wir haben erfahren, dass viele unserer Leser gern Radeln. Und das am allerliebsten in der Lewitz. Einer, der das Revier von Seeadler, Eisvogel & Co wie seine Westentasche kennt, ist der ehrenamtliche Lewitzranger Ralf Ottmann. Die Tour, die er uns verrät, gilt als schönste durch Wald, Wiesen und an Teichen vorbei.

Sechs Stunden durch Wald-, Wiesen- und Teichlewitz

"Ganzjährig", sagt Ottmann "kann man hier die abwechslungsreiche, etwa 200 Quadratkilometer große Kulturlandschaft genießen, Natur hautnah erleben und kulturelle Veranstaltungen besuchen." Im März schmückt sich die Waldlewitz mit Teppichen weiß blühender Anemonen, im Mai schwimmt die Wiesenlewitz in einem gelben Meer aus Löwenzahnblüten. Über 32 Fischteichen kreisen See- und Fischadler, die man auf den höher gelegenen Brücken beim Fischen beobachten kann. Ralf Ottmann gerät regelmäßig ins Schwärmen, wenn er die Gelegenheit hat, über die Lewitz zu erzählen. Und er hat sie recht häufig. Seit 2001 führt der 42-Jährige naturinteressierte Lewitz-Laien durch das Naturschutzgebiet. Das nächste Mal am 15. Mai. "Das Motto ist dann Beutelmeise und Rotbauchunke", kündigt Ottmann an.

Für unsere SVZ-Serie starten wir mit ihm am Landhotel Spornitz und halten die Nase zunächst gen Westen. "Da radelt man geradewegs durch die Wiesenlewitz in Richtung Fischteiche. Ein kurzer Halt an der Dütschower Hochbrücke ist Muss. Weniger weil man kaputt ist. "Nein, von hier hat man einen herrlichen Blick über das Panorama der Teichlewitz und mit ein bisschen Glück kann man Fisch- und Seeadler beim Jagen beobachten." Ottmann hat es schon hunderte Mal gesehen, und findet es immer wieder toll.

Dann geht es auch schon weiter, erst den Birkenweg entlang, dann ein Stück auf der Kreisstraße Raduhn/Rusch bis zur ehemaligen Mittelschleuse am Störkanal, wo häufig zahlreiche Vögel rasten. "Sehr schön ist es, von hier direkt auf dem Damm in Richtung Banzkow zu fahren", empfiehlt Ralf Ottmann. Aus gutem Grund. "Hier hat der Eisvogel sein Reich, es ist eine gute Möglichkeit, ihn zu sehen." Nach einer Pause, vielleicht bei Mittag oder Kaffee im Trendhotel, führt Ottmanns favorisierte Route nach Süden auf Friedrichsmoor zu. Die Strecke geht durch die Wiesenlewitz, ein durch das ganze Jahr feuchtes Gebiet. "Hier fühlt sich der Kiebitz wohl und auch den roten Milan kann man sehr häufig beobachten", erzählt der ehrenamtliche Lewitzranger. Wenn er Radwanderer hier entlang führt, gehört ein Stopp an der ehemaligen Gaststätte "Lewitzborn" auf alle Fälle mit ins Programm. "Jedes Jahr nistet hier ein Weißstorchpärchen, das muss man einfach gesehen haben."

Durch den Wald führt die Route direkt nach Friedrichsmoor. Eine herrliche Passage, wie Ottmann findet, weil man wie durch ein Vogelorchester radelt. Hier ist eine Vielzahl von Singvögeln zu hause, etwa die Mönchsgrasmücke, der Pirol oder das Rotkehlchen. Auch der Habicht hat in dieser waldreichen Gegend sein Revier. "Eine Garantie, dass man ihn sieht, gibt es nicht. Aber in der Regel kann man ihn hören", sagt Ottmann.

Bleibt noch die letzte Etappe bis Spornitz zu absolvieren. Die führt wieder ein Stück die Kreisstraße Rusch/Raduhn entlang über die Spornitzer Hochbrücke mitten durch die Teichlewitz, das Revier der Beutelmeise, die in diesen Tagen vielleicht schon mit ihrem komplizierten Nestbau beginnt. Später im Herbst ist auf der so genannten Großen Parchimer Wiese ein beliebter Gänse-Rastplatz.

Über den Spornitzer Damm erreicht man dann den Ausgangspunkt.

Ordentliches "Material" und Fernglas sind ein Muss

"Für die ganze Tour einschließlich Pausen muss man um die sechs Stunden einplanen", überschlägt Ralf Ottmann. Er rät davon ab, den "Ritt" mit Mountainbike oder Minifahrrad zu wagen. "Empfehlenswert ist ein ordentliches Tourenrad. Aber auch ein gut gefedertes Tandem ginge", sagt Ottmann. Aber keinesfalls sollte man in die Lewitz aufbrechen, ohne Fernglas, Fotoapparat und Regenbekleidung dabei zu haben. Weil viele naturbelassene Wege in die Strecke integriert sind, empfiehlt sich auch Flickzeug einzustecken.

Wer tatsächlich viel von der Vogelwelt in der Lewitz sehen und hören möchte, dem rät Ralf Ottmann Touren von Ende April bis Anfang Juni sowie Ende September bis Ende Oktober. "Das ist die Hauptvogelzug- und Rastzeit, da gibt es am meisten zu sehen. Und was viele vielleicht nicht wissen, eine Tour durch die Lewitz kann auch als Badefahrt gestaltet werden. Möglichkeiten gibt es Matzlow/Garwitz, am Störkanal, am Neustädter See und auch in Dreenkrögen. "Eines aber sollte man vor Antritt der Fahrt wissen", sagt Ralf Ottmann, "egal, in welche Richtung Sie gerade unterwegs sind, der Wind kommt immer von vorn."

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