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Einstige Stabsgebäude in Wismar abgerissen : Letztes Militärrelikt platt gemacht

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Das Ende des einstigen Stabsgebäudes der russischen Garnison an der Wismarer Lübschen Burg ist besiegelt. Die letzten Mauerreste des einstigen Kasernenbaues aus den 1930er- Jahren verschwinden zusehends.

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erstellt am 15.Nov.2013 | 11:20 Uhr

Das Ende des einstigen Stabsgebäudes der russischen Garnison an der Wismarer Lübschen Burg ist besiegelt. Die letzten Mauerreste des einstigen Kasernenbaues aus den 1930er- Jahren verschwinden zusehends. Die Abrisshalde nimmt dagegen weiter zu. Jahrelang lief die Sanierung für den größten Teil dieses Gebäudekomplexes, um es einer neuen Nutzung zuzuführen. Seit Herbst vorigen Jahres hat dort das neue Phantechnikum Einzug gehalten.

Seit der feierlichen Eröffnung am 26. November 2012 existiert damit eine völlig neue Ausstellungsform, bei der die Gäste über den normalen Museumsbesuch hinaus experimentieren können und Kommunikation von Technik und Wissenschaft erleben. Das Haus präsentiert die Schwerpunktthemen Luft, Wasser, Feuer und Erde. Der Aufbau dieses letzten Komplexes ist noch in Planung. Dazu war zunächst der noch nicht sanierte, restliche Gebäudeteil als zweiter Bauabschnitt vorgesehen.

Doch Erfahrungen mit der bisherigen Altbausanierung und den damit verbundenen unvorhergesehenen Überraschungen, die sich in Zusatzkosten niederschlugen, fiel eine neue Entscheidung zugunsten Abriss und Neubau als kostengünstig besser kalkulierbare Variante.

Deshalb begannen seit Ende September die Abrissarbeiten hinter dem rekonstruierten Phantechnikum. Zunächst war es notwendig, vorsichtig eine ausreichend breite Lücke abzutragen, um den angrenzenden Bereich Feuer nicht zu beschädigen", so Norman Poschwatta. Der Leiter des Bereichs Technik und zudem selbst Bauingenieur, verwies allerdings darauf, dass lange vor dem Abriss bereits die gesamte Restsubstanz entkernt und ebenso vermeintliche Schadstoffreste entsorgt wurden. So war es möglich, dem alten Wehrmachtsbau zügig zu Leibe zu rücken.

Allerdings machte teilweise bis zu zwei Zentimeter starker Bewehrungsstahl den Abriss nicht leicht. Die Qualität des Stahls, so das Urteil von Fachleuten, sei vom Feinsten.

Ein paar historische Zeugen aus damaligen Zeiten, wenn auch wenig spektakulär, fanden sich dennoch unter dem Abrissgut. Die Rede ist von leeren Geldbörsen, diversen Bekleidungsstücken oder auch Filmrollen, allerdings ohne erhofften Bildinhalt.

Dennoch war kontrollierter Abriss angesagt, weil ein Teil des Kellerbereiches erhalten bleiben soll. Allerdings nicht mit öffentlichen Zugang. Auf Initiative der Firma Green Way, einem Unternehmen, welches den Artenschutz fördert, soll dieser dunkle Bereich Heimstatt für Fledermäuse werden.

Das Gleiche könnte ebenso für den Keller des erhalten gebliebenen Gebäudeteils am sanierten Bereich gelten. Dieses kurze Reststück soll mit Minimalaufwand saniert werden, baulich ertüchtigt, wie es im Fachjargon heißt.

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