zur Navigation springen
Lokales

24. September 2017 | 17:58 Uhr

Leichter Rückgang der Arbeitslosenzahlen

vom

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2011 | 06:01 Uhr

Rostock/Güstrow | Typisch für den Juli eines Jahres sei eigentlich ein leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen bei den jüngeren Leuten wegen des Endes vieler Ausbildungsverhältnisse, meinte gestern Christoph Möller, Chef der Rostocker Arbeitsagentur. Nicht so in diesem Jahr. Ganz gegen die Erwartung konnte er für den gesamten Bezirk der Rostocker Arbeitsagentur mit der Hansestadt und den beiden Landkreisen Bad Doberan und Güstrow einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen zum Vormonat bekannt geben.

In Güstrow verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 43 Personen. Damit waren hier Ende des Monats Juli 3615 Männer und Frauen als erwerbslos registriert. Das waren aber 208 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Damit erhöhte sich auch die Arbeitslosenquote von 11,2 Prozent im Juli 2010 auf 12,3 Prozent in diesem Jahr.

Im Juli meldeten sich 931 Güstrower neu arbeitslos, 118 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig konnten 981 Personen ihre Erwerbslosigkeit beenden. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei vorrangig einer geringeren Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Instrumente geschuldet, so Möller. Zum Beispiel auch durch weniger Ein-Euro-Jobs. Im Landkreis Güstrow gibt es insgesamt einen Rückgang dieser Stellen um 665. Die Arbeitslosigkeit sank im Landkreis Güstrow um 111 Personen auf 6189.

Ein nicht zu übersehender Wermutstropfen stellt die Lage der älteren Arbeitslosen dar. Ihr Anteil im Gesamtbezirk stieg im Juli auf über 30 Prozent. Besonders betroffen davon sind die Langzeitarbeitslosen, die Menschen, die länger als ein Jahr ohne Job sind. In Güstrow betrifft das 691 Personen, 68 mehr als noch vor einem Jahr. Zu diesem Kreis gehören viele Fachkräfte, die bisher auf Grund ihres Alters keine Arbeit fanden.

Betriebe sollen auf ältere Arbeitnehmer zugehen

"Das ist eine Entwicklung, die nicht in die Zeit passt", sagte Möller. "Gerade bei immer knapper werdenden Fachkräften sind Unternehmer gut beraten, auf die vorhandenen älteren Arbeitnehmer zuzugehen." Die Agentur und die Jobcenter würden auch weiterhin diese Personengruppe intensiv mit qualifizierenden Maßnahmen, Praktika und Lohnkostenzuschüssen unterstützen, damit sie wieder den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt findet, so Möller.

Ein Beweis für diese Schieflage ist die Tatsache, dass die Arbeitskräftenachfrage so groß ist, wie noch nie. Sie stieg um 24 Prozent. 95 Prozent sind unbefristete, sozialversicherungspflichtige Stellen. Der Güstrower Geschäftsstelle wurden 165 freie Stellen gemeldet. 376 befinden sich noch im Bestand. Besonders gefragt sind Metall- und Verkehrsberufe, Mitarbeiter im Baubereich sowie nach wie vor im Dienstleistungsgewerbe und Gesundheitswesen.

Der Agenturchef appelliert an die Schulabgänger, die noch keine Ausbildungsstelle haben, nicht die Flinte ins Korn zu werfen. Chancen würden noch auf allen Berufsfeldern vorhanden sein. Den 640 noch nicht versorgten Jugendlichen ständen 1126 freie Ausbildungsstellen zu Auswahl.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen