Gedike-Oberschule : Lehrermangel sorgt für Ausfall

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Eltern bemängeln Fehlstunden - Schulamt spricht von kurzzeitigem Personalengpass

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28. März 2014, 22:00 Uhr

Wenn gelegentlich eine Schulstunde ausfällt, nehmen die Schüler das zumeist mit einem Jubeln und Eltern bisweilen überhaupt nicht zur Kenntnis. Findet der Unterricht hingegen über einen längeren Zeitraum nicht statt oder sind gar Prüfungsfächer betroffen, regt sich früher oder später Widerstand.

„Der Unterrichtsausfall in unseren Schulen ist nicht mehr hinnehmbar!“, schrieb eine erboste Mutter jüngst an unsere Redaktion. Die Frau möchte ihren Namen nicht in der Zeitung lesen, sie befürchtet Nachteile für ihr Kind. „Die Schulverwaltung muss unmissverständlich auf ihre Pflicht hingewiesen werden, die Schulen mit genügend Pädagogen zu besetzen. Es darf und kann nicht sein, dass, wie an der Friedrich-Gedike-Oberschule in Perleberg, tagelang bei einigen Klassen der Unterricht komplett ausfällt, weil keine Lehrkräfte mehr zur Verfügung stehen! Für die 10. Klassen stehen bald die Abschlussprüfungen an. Wie sollen die Schüler einen guten Schulabschluss erreichen, wenn so viel Unterricht ausfällt?“

Das Staatliche Schulamt Perleberg räumt, mit den Vorwürfen konfrontiert, akute Probleme in der Woche vom 3. bis 7. März ein. „An einem Tag wurde in drei Klassen und an einem anderen Tag in einer Klasse kein Unterricht erteilt“, so Schulamtsleiter Karl-Heinz Kowalzik. „Jede Schule verfügt über ein Vertretungskonzept, das kurz- oder mittelfristig gegen Unterrichtsausfall greift. Aufgrund der gleichzeitigen Abwesenheit von zehn Lehrkräften war eine kurzfristige Vertretung nicht möglich.“ Auch den Vorwurf, das Schulamt hätte von dieser Extremsituation keine Kenntnis, weist Kowalzik zurück. „Die Schulleitung hat uns umgehend über die Probleme informiert.“

Die Schulleitung habe auf den Personalengpass reagiert und mehrfach Unterrichtsstunden reduziert, wobei der Ausfall nahezu alle Fächer betraf, zudem seien Abstriche im Ganztagsangebot notwendig gewesen. Die Vertretung sei vorrangig in Klasse 10 und allen Hauptfächern konzentriert worden, um die auch von den Eltern befürchteten Auswirkungen auf die anstehenden Abschlussprüfungen zu minimieren. „Der Unterrichtsausfall wird keine Auswirkungen auf die Prüfungen haben. In Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache bewegt sich der Unterricht im Rahmen der Kontingentstundentafel“, erklärt Kowalzik.

Um künftig derartige Situationen zu vermeiden, wurde im März eine Vertretungslehrkraft in Vollzeit eingestellt, heißt es aus dem Schulamt weiter. Das der Gedike-Oberschule kürzlich zur Verfügung gestellte Vertretungsbudget habe Anfang des Monats noch nicht greifen können, da es keine Bewerber für die Stelle gegeben habe.

Das Zusammenlegen von Klassen, wie sie Eltern bemängelten, habe lediglich im Kontext des Zukunftstages stattgefunden, teilt Manfred Lienke, Konrektor der Oberschule, mit. „Wenn einige Schüler den Zukunftstag nicht wahrnehmen, ist es Unsinn, quasi Einzelunterricht mit ihnen zu machen. Eine Zusammenlegung von Klassen im regulären Unterricht gibt es nicht.“


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