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Lokales

24. November 2017 | 17:44 Uhr

Legt Schwerin den Klimaschutz auf Eis?

vom

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2010 | 07:52 Uhr

Schwerin | Schmelzende Polkappen, verhungernde Eisbären, immer größer werdende Wüsten, schwere Stürme, die Verwüstungen und Tod bringen - beängstigende Bilder über die drohende Klimakatastrophe ließen im vergangenen Jahr auch Schweriner Politiker und Verwaltung laut nach einem eigenen Klimaschutzkonzept rufen. Damit soll vor allem der Kohlendioxidausstoß, eine der Hauptursachen für die Erderwärmung und ihre fatalen Folgen, drastisch gesenkt werden. Doch aus den guten Vorsätzen wird vorerst nichts. Grund: Der Stadt fehlt das Geld für die professionelle Erarbeitung, die Workshops und die Beteiligung eines Ingenieurbüros einschließen würde.

Rund 60 000 Euro würde so ein Konzept die Stadt kosten, erläutert Carola Nitz, Leiterin des städtischen Umweltamts auf SVZ-Nachfrage. Diese Mittel seien bei der deso laten Haushaltslage der Stadt zurzeit aber nicht zu bekommen. Ohne Eigenmittel fällt auch die Förderung vom Bund aus, die sogar einen professionellen Klimamanager finanzieren würde, der für die Umsetzung der Ziele sorgt. Carola Nitz: "Ich werde im Umweltausschuss unbedingt weiter für das Klimaschutzkonzept kämpfen."

Bis es soweit ist, arbeitet das Amt an einer abgespeckten Variante aus Bordmitteln: "Maßnahmenkatalog Klimaschutz" ist der Arbeitstitel und beinhaltet erstmal eine Bestandsaufnahme. "Wir haben alle städtischen Eigenbetriebe gefragt, was sie zum Thema Klimaschutz schon getan haben, was sich bewährt hat und was nicht", so Nitz. Die Abfrage wird jetzt ausgewertet. Erst dann könne man konkret sagen, wo Handlungsbedarf besteht.

In der Stadtverwaltung selbst würden alle möglichen Energiesparmaßnahmen geprüft, die vom Runterdrehen der Heizung und einem effizienteren Takt der Wasserhähne bis zur Beschaffung von Toilettenpapier reichen.

"Gemeinsam mit den Stadtwerken erarbeiten wir derweil den so genannten CO2-Fußabdruck, der aussagt, wie viel Kohlendioxid pro Einwohner und Jahr in Schwerin ausgestoßen wird", so Nitz. Zum Vergleich: In Rostock, das sein Rahmenkonzept Klimaschutz 2005 vorlegte, errechnete man beispielsweise für 2002 einen CO2-Ausstoß von 4,5 Tonnen pro Einwohner und Jahr.

Weitere Ansatzpunkte sieht das Umweltamt in einer klimagerechten Bauleitplanung, die beispielsweise schon in Bebauungsplänen festlegt, wo Solaranlagen aufgestellt werden können. Auch das Radwegekonzept müsse fortgeschrieben werden und der Nahverkehr auch für Radler attraktiver gemacht werden. Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit steht ebenfalls auf dem Wunschzettel von Carola Nitz, um bei den Schwerinern das Bewusstsein zu wecken, das Auto öfter mal stehen zu lassen. Eine Umweltplakette für Pkw werde es in Schwerin allerdings nicht geben. Dazu sei die Luft in der Landeshauptstadt immer noch zu gut.

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