Langfinger sind in Schwerin unterwegs

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18. Juli 2010, 05:52 Uhr

Schwerin | Nur einen kleinen Moment hatte eine 49-jährige Frau ihre Handtasche auf dem Einkaufswagen in einem Schweriner Supermarkt unbeaufsichtigt gelassen - da war es passiert: Die Geld börse wurde aus der Tasche gestohlen. Nicht anders erging es einer 51-Jährigen, die nach dem Einkauf den Verlust ihres Portmonees feststellte. Sie hatte ihre Hand tasche locker über der Schulter getragen - zu locker. Zwei Beispiele aus der jüngsten Zeit.

"Im Sommer haben Taschendiebe oft leichtes Spiel", sagt der Leiter des Schweriner Kriminalkommissariates, Bernd Knitter. Die Menschen bewegten sich in der warme n Jahreszeit mehr in der Öffentlichkeit, trügen ihre Wertgegenstände weniger fest am Körper, seien abgelenkt. Insgesamt rund 60 Taschendiebstähle habe die Polizei in der Landeshauptstadt in diesem Jahr berei ts registriert, so Knitter. Und in den nächsten Wochen sei aus besagten Gründen noch mit einem Anstieg der Fallzahlen zu rechnen.

Taschendiebe suchten für ihre Taten meist den Schutz von größeren Menschen-Ansam mlun gen, erklärt der Kripo-Chef. "Die Täter sind vor allem auf Brief taschen und Geldbörsen, aber beispielsweise auch auf Handy s aus." Be vorzugte Tatorte seien öffent liche Verkehr s mittel, Haltestellen, Bahn höfe, Kaufhäuser, Supermärkte und Großveranstaltungen, so Knitter. "Als Opfer werden überwiegend Frauen ausgesucht."

In der Regel gingen Ta schendiebe arbeitsteilig in Teams von mindestens zwei Tätern vor, schildert der Leiter des Kriminalkommissariates. Sie nutzten vorhandenes oder selbst verursachtes Gedränge und lenkten ihre Opfer zusätzlich ab - etwa durch Anrempeln und Umarmen, das Fragen nach dem Weg und das Hantieren mit einem Stadtplan oder das Anstec ken einer Blume.

Knitter appelliert an alle Bürger, immer nur so viel Bargeld mit sich zu führen, wie gerade benötigt wird. "Wer an der Kasse oder einem Schalter bezahlt, sollte darüber hinaus vermeiden, dass Fremde in sein Portmonee oder seine Brieftasche blicken können", so der Kripo-Chef.

Und noch ein gut ge meinter Rat: Bargeld, Scheck- und Kreditkarten, Schlüssel, Handy und Ausweispapiere sollten möglichst auf verschlossene In nentaschen der Kleidung verteilt am Körpe r getragen werden. Als Alternative kämen auch Brustbeutel, Gürteltaschen oder an Ketten befes tige Geldbörsen in Betracht, erklärt Knitter.

Um Langfingern das Leben so schwer wie möglich zu mach en, sollten außerdem Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Vor derseite des Körpers oder unte r den Arm geklemmt getr agen werden, rät der Leiter des Kriminalkommissariates. "Generell ist unbedingt darauf zu achten, die Taschen unterwegs nie un beaufsichtigt abzustellen."

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