Landwirt setzt auf Energieholz

Versuchsfläche bei Krampfer: Albrecht Wilamowitz baut Energieholz an, hofft auf einen reichen Ertrag.Hanno taufenbach
Versuchsfläche bei Krampfer: Albrecht Wilamowitz baut Energieholz an, hofft auf einen reichen Ertrag.Hanno taufenbach

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16. November 2010, 06:26 Uhr

Krampfer | Landwirt Albrecht Wilamowitz hat bei Krampfer eine Versuchsfläche für Energieholz angelegt. Auf etwa eineinhalb Hektar baut er zwei Pappelarten sowie Weiden und Akazien an. "Alle vier stellen verschiedene Ansprüche an den Boden, haben einen unterschiedlichen Wasserbedarf", erklärt Wilamowitz.

Der Versuch soll zeigen, wie sich die Bäume entwickeln, wie groß der Holzzuwachs pro Jahr ist und wie viel Holzmasse nach fünf Jahren geerntet werden kann. Sein Versuch werde durch Experten aus Eberswalde wissenschaftlich begleitet.

Attraktives Nischenprodukt

Der Landwirt sieht im Anbau von Energieholz ein attraktives Nischenprodukt. So könne er Böden nutzen, die für Ackerbau nicht geeignet seien. "Das ist immer noch besser als eine Stilllegung." Da es sich bei Energieholz um landwirtschaftliche Nutzflächen handelt, habe er Anspruch auf EU-Prämien.

Finanzierungshilfen seien eine wertvolle Unterstützung, "denn in den ersten Jahren fallen nur Kosten an, Stecklinge sind teuer, das Setzen ebenfalls". Erlöse werden aber erst mit der ersten Ernte nach frühestens fünf Jahren erzielt.

Die Entscheidung für den Anbau von Energieholz ist stets eine langfristige. Mindestens 20 Jahre pro Anbaufläche rechnet Wilamowitz. Die Entscheidung will also gut überlegt sein. Einerseits müsse das Land entsprechend lange gepachtet werden, andererseits lasse sich die Fläche unabhängig von den Entwicklungen am Markt nicht anders nutzen. Auch das sei ein Grund, dass Energieholz für Landwirte kein Haupterwerb sein könne.

Anbaufläche soll wachsen

Seine Anbaufläche hat er sukzessive auf 150 Hektar erweitert, unter anderem südlich von Berlin. "In der Prignitz werden wir weiter zupflanzen", kündigt er an. Für vorstellbar halte er in Zusammenarbeit mit anderen Landwirten ein Kraftwerk in der Prignitz.

Voraussetzung dafür seien kontinuierliche Ernten und eine ausreichende Menge Holz. "Das Kraftwerk müsste eine gewisse Größe haben, nur so lässt sich ein guter Wirkungsgrad erzielen", erklärt Wilamowitz.

Offen bleibe die Frage, was mit der anfallenden Wärme geschehen soll. In Großstädten gebe es dafür sofort Abnehmer, "aber hier auf dem platten Land ist das schwierig". Attraktiver könnte deshalb eine Direktvermarktung von Hackschnitzeln für Kleinstfeueranlagen sein.

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