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Lokales

18. Dezember 2017 | 09:49 Uhr

Landwirt sauer auf Brückenbauer

vom

svz.de von
erstellt am 21.Sep.2010 | 07:35 Uhr

Zepelin | Landwirt Poppe Gerken aus Zepelin ist verärgert. Als am Montag die rekonstruierte Drehbrücke über den Güstrow-Bützow-Kanal montiert wurde (SVZ berichtete gestern), stellte er fest, sie ist zu schmal für seine schweren landwirtschaftlichen Maschinen. "Die Pfeiler für das Geländer sind zwar im gleichen Abstand wie vorher, aber hier die Anfahrt ist schmaler", erklärt der Landwirt seine Sicht. Der Abstand zwischen den Geländern betrage 3,90 Meter. Mit 3,85 Meter habe er sich gerade so mit seinem Häcksler und seinem Mähdrescher über die alte Brücke schlängeln können, ohne am Geländer anzustoßen. Das sei jetzt nicht mehr gegeben, moniert der Landwirt. Denn auf der neuen Brücken werden links und rechts der Fahrbahn noch Holzbohlen verlegt, die Fahrspur so eingeengt, damit keiner an das Geländer stößt.

Er müsse dann künftig weiter über die Brücke bei Schwiesow fahren und bei der dortigen Brücke übersetzen, erklärt Poppe Gerken. Das sei ein Umweg von rund 13 Kilometern, den er schon jetzt in der Bauphase schultern muss. Der Landwirt bewirtschaftet auf der anderen Kanalseite rund 100 Hektar Wiese und 200 Hektar Ackerflächen, wo Mais steht.

Die ganze Aufregung kann Zepelins Bürgermeister Siegfried Warning überhaupt nicht verstehen. "Die Fahrspur ist mit 3,50 Meter genauso breit wie bei der bisherigen Brücke auch", erklärt War ning. Auch auf der alten Brücke habe es als seitliche Begrenzung die Holzbohlen gegeben. Es habe sich somit überhaupt nichts an der Situation verändert. "Wenn Landwirte wie Poppe Gerken etwas anderes wollten, hätten sie sich vorher deutlicher zu Wort melden müssen", sagt Warning. So haben es z.B. im November 2009 eine Anhörung im Landwirtschaftsamt in Bützow gegeben. Dabei ging es um das Flurbereinigungsverfahren an der Nebel (SVZ berichtete). Bestandteil dieses ganzen Verfahrens ist auch diese Brücke. Ob Veränderungen an der Brücke mit dem Denkmalschutz vereinbar gewesen wäre, hätte geprüft werden müssen.

Haiko Hinterthan von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Güstrow hat da keine Berührungsängste. "Wenn man so etwas weiß, kann man über alles sprechen. Zumal die Stahlkonstruktion an der Zepeliner Brücke stärker beschädigt war, als zunächst angenommen. Deshalb wurden die Pläne noch einmal verändert. Das haben wir ja auch an der Schwiesower Brücke so gemacht", sagt Hinterthan. Zur Zufriedenheit aller.

Diese Brücke in Schwiesow habe auch das Ingenieurbüro im Blick gehabt, sagt Bürgermeister Siegfried Warning. Man wusste um die Bedenken. "Wir haben uns die Unterlagen noch einmal genau angesehen. Der Ingenieur ist extra noch einmal nach Schwiesow gefahren und hat nachgemessen. Dort beträgt die Fahrspur sogar nur 3,40 Meter", erzählt der Bürgermeister. Somit sei aus seiner Sicht alles in Ordnung.

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