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Lokales

23. September 2017 | 11:13 Uhr

Landschaftsgärtner schlagen Alarm

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erstellt am 19.Okt.2010 | 08:27 Uhr

Nordwestmecklenburg | Die Ausbilder der Landschaftsgärtner im Land schlagen Alarm. Bei der zentralen Freisprechung der Lehrlinge in Güstrow beklagte Gerald Jungjohann, Vorsitzender des Landes-Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, erhebliche Nachwuchssorgen. Die allgemeine demographische Entwicklung im Land mit sinkenden Schülerzahlen verschärft die Problematik. "Es geht darum, gut motivierte und geeignete junge Menschen für unseren Beruf zu gewinnen", so Jungjohann, der das Interesse der jungen Menschen für die grünen Berufe wecken will.

Die Zahl der abgeschlossenen Berufsausbildungsverträge in der Branche spricht eine deutliche Sprache: Von 82 Berufsschülern 2006 über 64 im Jahre 2008 entschieden sich im neuen Ausbildungsjahr nur noch 26 Jugendliche für den Beruf des Garten- und Landschaftsbauers in Mecklenburg-Vorpommern.

Ähnlich sieht es auch bei Landschaftsgärtner Dirk Siedenschnur in Wedendorf. "Ich habe in den vergangenen Jahren meist zwei Azubis pro Lehrjahr eingestellt. In diesem Jahr habe ich nur einen gefunden", sagt Siedenschnur. "Das sind alarmierende Zahlen, die uns seit längerem Sorgen bereiten" erklärt auch Jungjohann.

Ein Problem sei aber auch die Qualität der Bewerber, die sich um einen Ausbildungsplatz bewerben. Zunehmend würden Ausbilder feststellen, dass eine gute schulische Vorbildung fehle und die Verantwortung vieler Eltern zu wünschen übrig lasse. Da laufe im Ausbildungssystem längst nicht mehr alles rund, kritisierte der Verbandsvorsitzende.

Das bemängelt auch Dirk Siedenschnur. "Die jungen Leute wollen nicht draußen arbeiten. Wer heute noch vorwärts will, der möchte kaufmännisch arbeiten", sagt er. Die übrigen Bewerber brächten dann oft nicht die nötigen Qualifizierungen mit. "Grundkenntnisse der Mathematik und ein Interesse für Pflanzen müssen schon vorhanden sein", so Siedenschnur.

Gerald Jungjohann betonte weiter, dass der Verband keineswegs die Hände in den Schoß lege und etwas unternehme, um die Situation zu verbessern. Für das Umsetzen der Strategien gegen den Nachwuchsschwund beschäftige der Fachverband deshalb eigens eine Nachwuchswerberin.

Hoffnung setzt der Fachverband ebenfalls in die vielfältigen Tätigkeiten und Perspektiven dieses Berufes. Nach erfolgreicher Meisterprüfung steht eine Selbstständigkeit zur Wahl, eine Weiterqualifizierung in zwei Bereichen (Baumpflege, -sanierung und Golfplatzpflege) zum Fachagrarwirt oder ein Studium im Garten- und Landschaftsbau. Sonnabend wurden 17 Auszubildende als Facharbeiter mit diesen Aussichten freigesprochen. Jahrgangsbester wurde Dennis Grasteit aus Rampe mit einer Note von 1,94.

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