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Lokales

23. November 2017 | 01:00 Uhr

Landkreis gleicht Minus der OVG aus

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erstellt am 28.Okt.2010 | 08:06 Uhr

Güstrow | Der Landkreis Güstrow muss in diesem Jahr das Minus im Betriebsergebnis der Omnibusverkehrsgesellschaft (OVG) Güstrow voraussichtlich mit 232 000 Euro ausgleichen. Die endgültige Summe wird nach der Aufsichtsratssitzung in 14 Tagen feststehen. Das sagt Geschäftsführer Jörg Heger. Trotzdem werde das Unternehmen nicht aus Steuermitteln finanziert, wie "es weit verbreitet erzählt wird". Heger führt als Beweis das Betriebsergebnis von 2010 an. Es beläuft sich bei den Einnahmen auf 7,6 Millionen Euro. Der Zuschuss des Kreises macht 3,05 Prozent aus.

Das erste Mal musste der Landkreis für die OVG aus seinem ebenfalls defizitären Etat 2009 315 000 Euro zuschießen. Der OVG-Chef rechnet "spätestens 2012 wieder mit einem ausgeglichenen Betriebsergebnis".

Als wesentliche Gründe für die Probleme nennt er die demografische Entwicklung. Heger: "Der Rückgang der Einwohner- und Schülerzahlen und eine veränderte Altersstruktur bergen erhebliche Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung und das Angebot des Unternehmens." Dabei sei besonders die Bevölkerungsprognose für den Landkreis Güstrow gravierender als im übrigen Nahverkehrsraum Mittleres Mecklenburg/Rostock, in dem es seit 2005 einen gemeinsamen Nahverkehrsplan gibt, erklärt er. Während die Einwohnerzahlen im Landkreis Bad Doberan von 2006 zu 2015 steigen (121 060 zu 123 650), sinken sie im Landkreis Güs trow von 104 420 auf 94 490. Das sind ca. 9,5 Prozent. Auch bei den Schülern gibt es keine andere Tendenz. Den größten Rückgang hat die OVG für das Amt Mecklenburgische Schweiz ermittelt. 32 Prozent weniger Schüler wird die OVG dort 2015 befördern. Im Amt Güstrow-Land sind es 28 und im Amt Bützow-Land 18 Prozent. Wurden 2001 noch 5,34 Millionen Personen, davon 4,23 Millionen Schüler, gefahren, sind es in diesem Jahr nur noch 3,09 (2,25) Millionen.

Damit agiere, so Heger auf der Kreistagssitzung in dieser Woche, die OVG "in dem Spannungsfeld zwischen öffentlichem Auftrag zur Sicherung der Mobilität und den Gesetzmäßigkeiten der Betriebswirtschaft". Seit 2007 arbeitet die OVG daher nach einem Konsolidierungskonzept. Das gesamte Liniennetz sei auf den Prüfstand gekommen. Heger spricht von "Optimierung beim Einsatz von Fahrzeugen und Personal", inzwischen ein "Tagesgeschäft". Andere sagen dazu Abbau. Zwar seien keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen worden, sagt Heger, aber die Zahl der Beschäftigten ging von 2001 (151) auf 134 in diesem Jahr zurück. Die Zahl der Linien wurde von 60 auf 50 zurückgefahren. Der Busbestand reduzierte sich von 98 auf 81.

Chancen für eine bessere Situation sieht Heger durch die Fusion der Kreise und die wirtschaftliche Kooperation der beiden kreiseigenen Verkehrsbetriebe, darunter alternative Verkehrsangebote sowie neue Linienkonzepte.

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