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Lokales

18. November 2017 | 17:01 Uhr

Landkreis füttert Navi mit Geodaten

vom

svz.de von
erstellt am 02.Jun.2010 | 09:14 Uhr

Prignitz | "Sie haben Ihr Ziel erreicht." Damit Ihr Navi im Auto dieses finden kann, muss es auf einen umfangreichen Datensatz zurückgreifen. Der wird ständig aktualisiert, unter anderem vom Landkreis Prignitz. Das Katasteramt erfasst die Daten, bereitet sie auf. "Es sind Daten, die Leben retten können", sagt Sachbereichsleiterin Christine Lindow.

"Feuerwehr und Rettungsdienst nutzen Technik, die auf unser System aufbaut", so Lindow. Aktualität und Genauigkeit seien deshalb unerlässlich, damit die Rettungskräfte auf kürzestem Weg ihr Ziel erreichen. Doppelte Straßennamen, wie sie noch immer in der Prignitz vorkommen, seien ein ernstes Problem. Die Software unterscheide innerhalb einer Gemeinde nicht zwischen Dorfstraßen in unterschiedlichen Ortsteilen.

Besonders brisant werde das ab dem nächsten Jahr, wenn die zentrale Leitstelle in Potsdam Rettungseinsätze auch in der Prignitz koordiniert. "Unsere aufbereiteten Daten sind auch Grundlage dafür, welche Feuerwehr, welche Polizeiwache alarmiert oder welcher Förster bei einem Wildunfall verständigt wird."

Aus diesem Grund appelliert Christine Lindow insbesondere an Bauherren, ihre Gebäude einmessen zu lassen. Nur dann können sie im System erfasst werden. "Außerdem schreibt das Gesetz binnen sechs Wochen nach Fertigstellungstermin die Einmessung vor", ergänzt sie.

Nicht weniger wichtig sei eine durch die Gemeinde offiziell vergebene Hausnummer. Zwar koste die Geld, aber wenn Sekunden über Menschenleben entscheiden, könne diese Information ausschlaggebend sein.

Die Erfassung neuer Gebäude ist aber nur ein Aufgabenbereich des Katasteramtes: Radwege, Windräder, Biogasanlagen, Schutzhütten werden ebenfalls mit ihren Koordinaten ermittelt. "Wenn das Navi die Fahrtrichtung der Einbahnstraße angibt, kommt diese Information von uns", veranschaulicht Christine Lindow, die seit rund 20 Jahren in diesem Bereich arbeitet.

Modernste GPS-Technik eröffne eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten. Sie spricht von einem regelrechten Geoinformationsmarkt. So könnten in ländlichen Regionen beispielsweise Schülerzahlen erfasst werden, die Grundlage für einen effektiven Schülerverkehr seien. Erste Brandenburger Kommunen beteiligen ihre Bürger aktiv an solchen Geodiensten. So könnten defekte Straßenlaternen oder -schäden exakt mit GPS-Koordinaten den zuständigen Behörden gemeldet werden.

Aus Christine Lindows Sicht sind die Einsatzmöglichkeiten nahezu unbegrenzt. Grundstücksgrenzen, Jagdbezirke, Bodendenkmale, Waldbrandschutzkarte sind bereits erfasst. Straßenbäume kommen aktuell dazu. Hochauflösende, präzise bis auf einen Zentimeter genaue Angaben kann sie abrufen. Sensible Daten, die unter strenge Datenschutzauflagen fallen, betont Lindow. Alle Daten werden in der Katasterbehörde erfasst, in digitale Karten eingepflegt und an das Landesvermessungsamt Potsdam übermittelt. Sie bilden dann die Basis für die Software in Navigationsgeräten, damit es heißt: "Sie haben ihr Ziel erreicht.

Mehr über das Katasteramt morgen am Tag der offenen Tür.

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