zur Navigation springen

Landesmedientag zur Berichterstattung über Rechtsextremismus

vom

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2010 | 08:08 Uhr

Schwerin | Die rechtsextreme Szene im Land ist trotz der erkennbaren Stagnation weiterhin hochaktiv und motiviert, bilanzierte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gestern beim Landesmedientag des Journalistenverbandes in Schwerin. "Im Kampf gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung schreckt die Szene auch nicht vor einer aggressiven Strategie der Verunsicherung des politischen Gegners zurück", sagte der Minister weiter und führte als Beleg die Zunahme der Anschläge auf Büros von Abgeordneten demokratischer Parteien sowie Droh- und Verleumdungsstrategien gegen demokratische Politiker an.

Auf dem Medientag, der sich mit dem Umgang der Zeitungen sowie von Rundfunk- und Fernsehstationen mit dem Rechtsextremismus in MV beschäftigte, analysierte der Extremismusexperte Prof. Hubertus Buchstein von der Universität Greifswald, dass es eine umfangreiche Berichterstattung über Rechtsextremismus aber auch Gegenaktionen in den Zeitungen des Landes gebe. Nachrichten, Berichte und Kommentare fänden sich vor allem in den überlokalen Redaktionen. Insgesamt gebe es eine Reihe von "Entscheidungs- und Handlungsspielräumen der Journalisten und eine Freiheit der Berichterstattung". Für das Gros der Menschen im Land sind die lokalen Medien die Basis ihrer Informationsbeschaffung. Daraus erwachse Zeitungen und Funkhäusern eine Verantwortung für die Landtagswahlen 2011. Der Chefredakteur dieser Zeitung, Dieter Schulz, stellte die rhetorische Frage: "Wenn die Nazis nicht im Blatt sind, sind sie dann weg?" Er sagte, zur Glaubwürdigkeit gehöre selbstverständlich die kritische Distanz zum Gegenstand der Berichterstattung. 385 Artikel seien allein in diesem Jahr zu diesem Spektrum in der Zeitung erschienen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen