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Land will Schweriner Schloss auf Welterbeliste

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erstellt am 17.Aug.2010 | 08:14 Uhr

Das Schweriner Schloss soll nach dem Willen des Landes und der Landeshauptstadt so schnell wie möglich auf die Unesco-Welterbeliste kommen. Das Kabinett stimmte am Dienstag einem von Kultusminister Henry Tesch (CDU) vorgelegten Vertragsentwurf zu.

Demnach verpflichten sich Stadt und Land, alle Anstrengungen zu unternehmen, damit das Schloss für das Weltkulturerbe vorgeschlagen wird. Die Vereinbarung sieht auch vor, dass sich das Land zur Hälfte an den Kosten der bis zu 400 000 Euro teuren Bewerbung beteiligt.

Der Landtag hatte bereits im Oktober 2007 die Landesregierung aufgefordert, die Bewerbung für das Schlossensemble einzuleiten. Ein Gutachten des Kunsthistorikers Christofer Herrmann soll Grundlage für die Bewerbung sein. Das Gutachten wird am 7. Oktober während eines Fachkolloquiums im Festsaal des Schlosses präsentiert und diskutiert, kündigte der Minister an. Vom Ergebnis werde es abhängen, ob sich das Land um eine separate Aufnahme des Schlosses in die deutsche Bewerberliste bemühen wird oder ob ein gemeinsamer Antrag mit internationalen Partnern aussichtsreicher wäre.Das Schloss und der größte Teil der umliegenden Gartenanlagen sind im Besitz des Landes. Das Schweriner Schloss gilt als herausragendes Beispiel für den Baustil des Historismus und in seiner Geschlossenheit als einzigartig in Europa. Es wurde vor gut 150 Jahren in seiner heutigen Gestalt eingeweiht, Vorgängerbauten sind jedoch wesentlich älter. In Mecklenburg-Vorpommern sind bereits die historischen Innenstädte von Wismar und Stralsund Weltkulturerbe. Die Unesco-Liste verzeichnet derzeit 911 Kultur- und Naturerbestätten in 151 Ländern, davon 33 in Deutschland.

Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) nannte die Entscheidung des Kabinetts „ein gutes Signal für die Kulturstadt Schwerin“, auch wenn der Weg auf die Welterbeliste noch lang sei.
Dem kulturpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Jörg Vierkant, zufolge kann nur, wer mindestens ein Jahr lang auf dieser deutschen Vorschlagsliste eingetragen war, die Aufnahme in die Welterbeliste bei der Unesco beantragen. Die Vereinbarung zwischen dem Land und Schwerin sichere die fachliche Vorbereitung der Unesco- Bewerbung sowie die finanzielle Unterstützung. Der CDU- Landtagsabgeordnete Armin Jäger sagte, dafür würden 2010 aus dem Zukunftsfonds des Landes 25 000 Euro und 2011/2012 jeweils 87 500 Euro aus der Kulturförderung des Landes bereitgestellt.

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