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Lokales

16. Dezember 2017 | 18:05 Uhr

Land will Bad auf dem Dreesch fördern

vom

svz.de von
erstellt am 16.Sep.2010 | 08:17 Uhr

Schwerin | Die Debatte um die Zukunft der Schweriner Schwimmhallen geht weiter. In der Standortfrage hat Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) jetzt Rückendeckung vom Bauministerium erhalten. Bereits im Hauptausschuss hatte in dieser Woche ein Vertreter des Ministeriums laut Kommunalpolitikern erklärt, dass eine finanzielle Förderung des Landes mit Städtebaumitteln nur für den von der Verwaltungschefin favorisierten Standort Großer Dreesch möglich sei. Das hatte bei zahlreichen Stadtvertretern erheblich für Verwirrung gesorgt. Sie wollen, wie viele Schweriner auch, alternative Neubau-Standorte etwa in Lankow oder am Lambrechtsgrund oder auch die Sanierung beider bestehender Hallen geprüft wissen (wir berichteten).

Bauminister Volker Schlotmann (SPD) räumte gestern auf SVZ-Anfrage zwar ein, dass unter ganz bestimmten Bedingungen auch andere Standorte unterstützt werden könnten. Für einen Ersatzneubau auf dem Großen Dreesch - ein Städtebaufördergebiet - stünden aber bereits jetzt Förder-Millionen abrufbereit.

Pikant allerdings: Schlotmann gab gestern gegenüber unserer Zeitung zu, dass sein Haus bislang gar keinen Anlass gesehen habe, um Fördermöglichkeiten für andere Standorte als den Dreesch überhaupt prüfen zu müssen. "Bisher sind hier keine Fakten bekannt, welche gegen die Förderung eines Ersatzneubaus der Schwimmhalle im Fördergebiet Großer Dreesch und somit für eine Alternative außerhalb dieses Gebiets sprechen würden", so der Minister. Bereits zuvor hatte sein Haus betont, dass in Gesprächen mit der Stadtverwaltung lediglich die von dieser vorgeschlagene Dreesch-Variante erörtert worden sei und so genannte Gemeinbedarfseinrichtungen wie etwa Schwimmhallen grundsätzlich auch außerhalb von Fördergebieten vom Land unterstützt werden könnten.

In diesem Vorgehen der Verwaltung erkennen bis auf die Linke sämtliche Stadtfraktionen einen Alleingang, der dazu geführt habe, dass Alternativen zum Dreesch bislang gar nicht geprüft worden seien.

Nach den Äußerungen des Bauministers ist für SPD-Stadtfraktionschef Daniel Meslien die Standortfrage aber nach wie vor offen: "Jetzt sollten wir fairerweise mit dem Ministerium ausloten, inwieweit in Lankow doch Städtebaufördermittel zum Einsatz kommen können, wo das Bevölkerungs- und Schulschwimmen seit Jahren etabliert ist", so Meslien. Schließlich seien auch schon für den Berufsschulkomplex in Lankow Städtebaufördermittel geflossen. Der SPD-Fraktionschef: "Hätte die Oberbürgermeisterin den vom Ministerium im Juni geforderten Konsens zwischen den politischen Spitzen in Schwerin zur Schwimmhallen-Frage frühzeitig hergestellt, wären wir jetzt schon viel weiter."

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