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Bundestag berät Finanzierung von Flüssen und Kanälen : Land unter für Wassersport?

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Zahlreiche Wassersportler und der Landestourismusverband befürchten, dass der Bund wichtige Kanäle und Flüsse in Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr instand halten will.

Schwerin | Zahlreiche Wassersportler und der Landestourismusverband befürchten, dass der Bund wichtige Kanäle und Flüsse in Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr instand halten will. Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) pocht auch darauf, dass nach einer Anhörung heute im Bundestag keine Vorentscheidung zulasten der Häfen fällt.

Der Bund will Flüsse und Kanäle, die zu seinen Bundeswasserstraßen gehören, danach einteilen, wie viel Güter die Binnenschiffer auf ihnen transportieren. Um Geld zu sparen, will er offenbar nur die wichtigsten Transportadern weiter selbst betreiben. Rund 570 Kilometer Wasserwege in Mecklenburg-Vorpommern drohen so aus der Verantwortung des Bundes herauszufallen. Dazu gehören der Schweriner See, die Müritz-Elde-Wasserstraße, die Müritz, die obere Havel und die Peene. "Das sind die Hauptschlagadern des Wassersport-Netzes im Land", kritisiert Siegfried Karsten, Präsident des Motorbootsportverbandes in Mecklenburg-Vorpommern. "Wenn davon Teile versanden und verlanden oder Schleusen nicht betrieben werden, ist es der Tod des Bootstourismus." Schließlich sei das Wasserwegenetz auch ein weicher Standortfaktor, der bei der dringenden Suche nach Fachkräften helfen kann, die in ihrer Freizeit Boot oder Kanu fahren wollen. Derzeit zahlt der Motoryachtverband pro Jahr 50000 Euro an den Bund für die Nutzung der Bundeswasserstraßen.

Auch Tobias Woitendorf vom Landestourismusverband ist skeptisch. Am Wasserstraßennetz hängen "eine ganze Reihe kleiner junger Unternehmen". Die Kommunen hätten kein Geld, Ufer und Schleusen instand zu halten. Es privaten Eigentümern zu überlassen, ist für die Touristiker auch keine Lösung. Verkehrsminister Schlotmann verweist darauf, dass sich der Wassertourismus sehr gut entwickelt habe. Dies dürfe nicht gefährdet werden. Aus seiner Sicht gerät auch die Wartung der Zufahrten zu den Seehäfen durch die Pläne des Bundes in Gefahr. Es sei falsch, die Gütermenge als Kriterium zu nehmen. Wichtiger seien die Kosten und der Nutzen der Kanäle und Flüsse. Die Industrie- und Handelskammern Norddeutschlands fordern vom Bund unterdessen, endlich Pläne vorzulegen, wie und wo die Häfen und Bundeswasserstraßen langfristig ausgebaut werden sollen.

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erstellt am 28.Jun.2011 | 08:13 Uhr

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