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Lokales

24. September 2017 | 06:59 Uhr

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erstellt am 10.Jun.2010 | 08:26 Uhr

Perleberg | Knapp eine Viertelstunde schüttete es Mittwochabend wie aus Kannen. "Dann stand bei uns in der Mauer straße 22 das Wasser kniehoch, lief oben in die Gummistiefel rein", berichtet Beate Schutta. Vom Rosenhof und der Uferstraße floss das Regenwasser in Strömen auf den tiefsten Punkt zu. "Erst kam der Regen und dann drückte es das Abwasser aus dem Gully", erzählt Hannelore Krips. Eine stinkende Brühe mit gelber Schaumkrone ergoss sich in ihre Garage.

Stück Holz blockierte Abfluss

Rosenhof und Mauerstraße sind derzeit eine Baustelle, es ist nichts befestigt, so dass das Regenwasser noch nicht gezielt über die geplanten Straßenabläufe direkt in den Kanal fließen kann, erläutert Liane Schulz vom Bauamt. An Ort und Stelle besah sie sich gestern das Ergebnis dieses außergewöhnlichen Regengusses. Zum Problem wurde hier zudem, dass sich offensichtlich ein Stück Holz in der Vorflut festgesetzt hatte, wie sich später herausstellte. Mitarbeiter der Baufirma Grabower Hoch- und Tiefbau GmbH, die von den Anwohnern benachrichtigt wurden, nachdem alle Eigeninitiative zu nichts mehr führte, kamen noch am Mittwoch abend. Das Holzstück wurde entfernt und das Wasser lief langsam ab. Auch die nächtliche Überprüfung des Dükers in der Uferstraße ergab, dass dieser nicht wie angenommen verstopft war. "Das Rohr hat nur ein bestimmtes Fassungsvermögen, hat die Massen einfach nicht geschafft", erklärt Detlef Gottwald, Leiter Abwasser beim WTAZV. Die Angst der Anwohner aber bleibt, denn das nächste Unwetter wurde bereits angekündigt.

Nach einem sogenannten Bemessungsregen werden die Kanäle dimensioniert, so Liane Schulz. Die Menge, die Mittwoch ab 20.30 Uhr binnen kürzester Zeit runterkam, überstieg jedoch bei weitem diese Bemessungsgröße. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, warum in der Heinrich-Heine-Straße 43 Keller der ersten beiden Aufgänge unter Wasser standen.

"Der Kanal ist voll, von der Straße drückt das Wasser vermutlich in die Häuser". Klaus Neumann, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft, der die Häuser gehören, kennt das Problem. "Bei einem ordentlichen Regenguss kann man förmlich darauf warten", so Ellen Frömberg. Sie wohnt im dritten Aufgang, der nun auch schon von den Wassermassen bedroht ist.

"Einen Teil des Regenwasserkanals haben wir in der Straße schon saniert", ist aus dem Bauamt zu erfahren. Zudem sei man derzeit dabei, den Generalentwässerungsplan der Stadt zu überarbeiten. Im Klartext: Sämtliche Kanäle werden von der Dimensionierung her rechnerisch überprüft, um so mögliche Engpässe auszuloten.

An insgesamt zwölf Stellen waren rund 50 Kameraden der Feuerwehren aus Perleberg, Düpow, Quitzow und Spiegelhagen am Mittwochabend im Einsatz, pumpten Keller aus oder befreiten Straßen von umgestürzten Bäumen, so zwischen Rosenhagen und Groß Gottschow, bzw. von dicken abgebrochenen Ästen wie in der Bergstraße. Auf der B 189 n bei Spiegelhagen stand die Straße in der Senke unter Wasser. Auch hier war pumpen angesagt. Der ganze Spuk begann jedoch mit einer Fehlalarmierung. Die Brandmeldeanlage im Grundbuchamt hatte ausgelöst, berichtet Stadtwehrführer Thomas Gäde. Kurz vor Mitternacht waren dann alle Kameraden wieder in der Wache.

Für die Mitarbeiter des Stadtbe triebshofes begann gestern das große Aufräumen und Saubermachen. Regeneinläufe wurden gereinigt, Straßen und Parks im Stadtgebiet von umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen beräumt. Die Kehrmaschine drehte außerplan mäßig Runden durch die Stadt, berichtet Reinhard Könning, Leiter des Stadtbetriebshofes.

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