Land bekennt sich zu Rühstädt

svz.de von
08. Juli 2010, 10:14 Uhr

Rühstädt/Potsdam | Auf Initiative des Prignitzer CDU-Landtagsabgeordneten Gordon Hoffmann und des Kuratoriums des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg trafen sich gestern Politiker und Landesbedienstete in Rühstädt. Anlass war die nach wie vor prekäre Personalsituation in der Verwaltung des Unesco-Biosphärenreservates. Von den ohnehin knapp bemessenen acht Planstellen sind seit längerem nur sechs besetzt und auch die nicht ausschließlich mit Vollzeitkräften. Im Herbst geht ein weiterer Mitarbeiter in den Vorruhestand.

Mit einer kleinen Anfrage hatte sich Hoffmann diesbezüglich an Anita Tack (Die Linke), Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, gewandt. In einer schriftlichen Antwort sicherte Tack zu, dass das Land trotz der schwierigen finanziellen Situation an der Zielzahl von acht Stellen in Rühstädt festhält. Eine für die regionalen Akteure erfreuliche, wenngleich nicht restlos befriedigende Antwort. Denn die Besetzung der Stellen stellt sich auf Grund des Einstellungsstopps in der Landesverwaltung als schwierig und langwierig dar. Das bestätigte gestern Kurt Augustin, Abteilungsleiter Service beim brandenburgischen Landesumweltamt. "Den Besetzungsstopp gibt es schon seit Jahren. Wir sind verpflichtet, zunächst nach Überhängen in Verwaltung und Forst zu schauen, Umsetzungen anzustreben." Die Erfahrung habe jedoch gezeigt, dass man damit spezifische Stellen wie in Rühstädt - konkret Experten für Tourismusentwicklung, Kommunikation/Umweltbildung - nicht rekrutieren könne. Augustin bat die anwesenden Landtagsabgeordneten, Gordon Hoffmann, Thomas Domres (Die Linke) und Axel Vogel (B 90/Die Grünen), mit ihren Mitteln zu helfen, einen Einstellungskorridor zu schaffen, aus dem man zeitnah auch Positionen, wie die in Rühstädt, besetzen könne. "Wir sind eine wissenschaftliche Behörde. Fachleute finden wir in keinem Überhang", unterstrich der Abteilungsleiter. Frank Schröder, Vorsitzender des Kuratoriums der Biosphäre, plädierte zudem für eine regionale Stellenbesetzung.

In Deutschland gibt es 15 Biosphärenreservate, drei davon befinden sich in Brandenburg: Neben der Flusslandschaft Elbe, die sich über fünf Bundesländer erstreckt, sind es Schorfheide-Chorin und Spreewald. Die Flusslandschaft wurde 1997 von der Unesco ausgewiesen, einige Jahre nach den beiden anderen Gebieten. Die wiederum haben jeweils knapp doppelt so viele Mitarbeiter. Bei der Evaluierung durch die Unesco 2007 wurde gefordert, die personelle Situation in Rühstädt bis 2017 nachhaltig zu konsolidieren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen