Laeisz nimmt Frachter ab

'Zähes Ringen': Im Februar wechselt das Containerschiff den Besitzer. meis
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"Zähes Ringen": Im Februar wechselt das Containerschiff den Besitzer. meis

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20. Januar 2010, 08:50 Uhr

Rostock | Jetzt doch: Die Reederei F. Laeisz kauft der insolventen Wadan Werft eines der beiden bestellten Containerschiffe ab. Die Übernahme des ursprünglich für 42 Millionen Euro in Auftrag gegebenen Schiffes soll nach Angaben von Insolvenzverwalter Marc Ode brecht bereits im Februar erfolgen. Über den Kaufpreis haben die Verhandlungspartner Stillschweigen vereinbart. Nach Angaben des Laeisz-Geschäftsführers Nikolaus H. Schües vom Oktober habe der Marktwert pro Containerschiff zum damaligen Zeitpunkt nicht viel mehr als 20 Millionen Euro betragen.

Beide Parteien seien sich darüber einig, ein angemessenes Ergebnis erreicht zu haben. "Wir haben nach zähem Ringen am Ende doch noch einen Arbeitserfolg mit einem ordentlichen Ergebnis erzielt", sagt Odebrecht. Auch Reederei-Geschäftsführer Schües ist mit dem Verhandlungsresultat zufrieden: "Wir tragen Verantwortung nicht nur für unser Unternehmen, sondern auch für die Region."

Nach Angaben eines Sprechers des Insolvenzverwalters sei der Bau des zweiten Frachters mit der Nummer 163 keine wirtschaftlich sinnvolle Option. Trotz dieser gütlichen Einigung, sei für die verbliebenen Beschäftigten der Warnemünder Werft keine Verbesserung der kritischen Lage in Sicht, sagt Odebrecht.

Die IG-Metall Küste kritisierte jedoch den Verkauf nur eines Schiffes. Bezirksleiterin Jutta Blankau sagte, die Reederei werde ihrer Verantwortung nicht gerecht. Nur wenn auch das zweite Containerschiff weitergebaut würde, wäre auf der Werft in Warnemünde für Beschäftigung gesorgt. Dass sich Laeisz-Chef Schües jetzt mit seiner Verantwortung für die Region brüste, sei eine "Beleidigung für die Beschäftigten", sagte Blankau.

Für insgesamt 84 Millionen Euro hatte Laeisz die zwei Frachter bei Wadan bestellt. Unmittelbar nach deren Insolvenzanmeldung am 5. Juni 2009 kündigte die Reederei aufgrund einer Ausstiegs-Klausel den Vertrag. Es folgten monatelange Verhandlungen zwischen dem Insolvenzverwalter und der Reederei. Dabei sah es zwischenzeitlich sogar so aus, als könne die Werft auf beiden Schiffen sitzen bleiben. Währenddessen stellten die wenigen beschäftigten Arbeiter auf den inzwischen verkauften und in Nordic Yards umbenannten Werften das Schiff fertig. Erst im Dezember 2009 testeten Vertreter der Reederei den Frachter bei einer Probefahrt auf der Ostsee.

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