Laage will Markt 8 selbst sanieren

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Ein katastrophaler Blick auf den Markt 8 bietet sich vom Rathaus. Regina Mai

svz.de von
22. Juli 2010, 07:14 Uhr

Laage | Hoffnung für den Markt 8 keimt in Laage auf und droht - derweil das Haus direkt am Rathaus weiter verfällt - doch gleich wieder zu ersticken. Die Stadtvertretung beschloss nach kontroverser Diskussion, dass die Stadt das Haus kauft, es selbst saniert und dann wieder an den jetzigen Eigentümer veräußert. Dieser, so sieht es aus, macht nun aber wieder einen Rückzieher. Indiz dafür: Seit ein paar Tagen ziert ein Verkaufsschild das Gebäude. Merkwürdig außerdem: Seit dem letzten Sommer schon prangt die Werbung für den Marktkrug am Markt 8 auf den drei großen Werbetafeln der Stadt, obwohl es ihn nicht gibt. Jetzt, so informierte Petra Müller, stellvertretende Bürgermeisterin, die Stadtvertretung auf ihrer jüngsten Sitzung, habe man sich durchgesetzt. Der Marktkrug ist auf den Werbetafeln durchgestrichen.

Die Geschichte: Andreas Springer hatte das Gebäude Markt 8 gekauft und im vergangenen Jahr schon aufgeräumt. Eine Gaststätte wollte der Betreiber des Ballhauses in Laage dort einrichten, darüber ein historisches Gästezimmer und im Anbau an der Marktstraße nach dem Abriss Pensionszimmer in einem Neubau einrichten. Allerdings hatte sich Andreas Springer verkalkuliert. Die Sanierung wurde teurer als gedacht, ein Streit darüber entbrannte mit dem Architekten. "Auf einmal sollte alles zusammen 700 000 Euro kosten, von denen ich 320 000 Euro selbst aufbringen sollte", erklärt Springer. Ein Vergleich mit dem Architekten sei inzwischen geschlossen. Allerdings beinhaltet der den Verkauf an und die Sanierung des Hauses durch die Stadt.

"Niemand kann dieses Haus unter wirtschaftlichen Aspekten sanieren", stellt Bürgermeister Uwe Heinze fest. Das Gebäude sei aber eines der ältesten der Stadt und erhaltenswert. "Auch das ist eine Aufgabe der Stadt", betont Heinze. Die Zeit dränge, wisse man doch nicht, ob es nach 2013 überhaupt noch Städtebaufördermittel gäbe. Die Stadt wolle nach den Vorstellungen von Springer sanieren und ausbauen und dann wieder an Springer verkaufen. Dem Gastronomen liegt das Angebot der Stadt vor. Für 8000 Euro will diese das Haus jetzt kaufen, es später an ihn wieder für 275 000 Euro verkaufen. Zu wenig und zu viel, meint Springer heute. Er suche einen anderen Käufer, sehe die Verhandlungen mit der Stadt aber noch nicht als endgültig gescheitert. Seine Vorstellungen für die Zukunft des Hauses: Die Stadt bietet mehr und verlangt weniger. Ein anderer Interessent kauft oder er saniert in abgespeckter Variante doch selbst.

Alles wieder offen?! In Wolfgang Boldt mischt sich Zorn mit Unverständnis. "Wir müssen die Entscheidung der Mehrheit der Stadtvertretung mittragen, sehen darin aber eine ungerechtfertigte Bevorzugung einer Privatperson", bringt der Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft Weitendorf/Einzelkandidat die Meinung seiner Fraktion zum Ausdruck. Der Sanierungsaufwand sei auch für die Stadt viel höher. Städtebaufördermittel seien Steuergelder, mahnt Boldt. Der Verkauf würde, so wie es angedacht ist, "nur" nach Verkehrswert erfolgen.

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