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Lokales

16. Dezember 2017 | 14:08 Uhr

Laage: Flugverbot für alle Eurofighter

vom

svz.de von
erstellt am 17.Sep.2010 | 04:27 Uhr

Laage | Der Flugbetrieb mit den 29 auf dem Fliegerhorst Laage stationierten Eurofightern wurde jetzt bis auf weiteres eingestellt. Grund: Es könnte Probleme mit dem Schleudersitz geben. Das bestätigte gestern Oberstleutnant Markus Krammel, Kommodore des Jagdgeschwaders 73 "Steinhoff" in Laage, gegenüber unserer Zeitung. Und nicht nur in Deutschland wurde bis auf weiteres der Ausbildungsbetrieb mit sämtlichen 55 Eurofightern eingestellt, sondern in allen Nationen, in denen das Mehrrollenkampfflugzeug im Einsatz ist, müssen die Jets am Boden bleiben. Dazu zählen noch Spanien, Italien, Großbritannien, Österreich und Saudi-Arabien.

Wie Kommodore Krammel informiert, hätten die britischen Luftstreitkräfte bei einer Simulation festgestellt, dass es bei einem Notausstieg mit dem Schleudersitz zu einer unbeabsichtigten Öffnung des Gurtschlosses kommen könne. Damit wäre der Pilot bei Gefahr nicht mehr mit dem rettenden Schleudersitz verbunden. "Im Gurtschloss laufen sowohl der Becken- als auch der Schultergurt zusammen. Wenn dieser Gurt sich öffnet, ist die Rettung des Piloten nicht mehr sichergestellt, falls er mit dem Schleudersitz einen Notausstieg machen muss", erklärt der Kommodore.

Krammel hofft jetzt, den Ausbildungsbetrieb so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu können. Alles was jetzt an Ausbildung verloren gehe, müsse nachgeholt werden. "Das wirft uns im Lehrbetrieb zurück. Aber Sicherheit geht vor", sagt er. Dieses Problem sei bei mehr als 90 000 Flugstunden auf dem Eurofighter bisher noch nie aufgetaucht, so Krammel.

Auch das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte gestern die Probleme mit dem Schleudersitz. Das Problem werde nun "in enger Zusammenarbeit mit der Industrie analysiert". Die Anweisung des Flugverbotes für Eurofighter gilt seit Mittwoch abend. Wann die technischen Probleme behoben werden können, ist laut dem Verteidigungsministerium völlig offen. Die Verteidigungsfähigkeit des Landes sei aber gewährleistet, betonte der Sprecher. Die Aufgabe werde durch das Waffensystem Phantom übernommen.

Der Eurofighter ist der Standardjäger der deutschen Luftwaffe. Die erste Maschine wurde 2003 an die Bundeswehr übergeben. Seit 2006 übernehmen die Eurofighter eine der beiden deutschen Alarmrotten, die ständig in Bereitschaft stehen, um Eindringlinge in den deutschen Luftraum abzufangen. Bisher haben die Jagdgeschwader in Laage, in Neuburg/Donau (Bayern) und in Nörvenich (Nordrhein-Westfalen) den Eurofighter erhalten. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder technische Probleme. Vor allem Fehler in der Elektronik und mit dem komplizierten Flugsteuerungssystem hielten die Maschinen am Boden.

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