L 22 wird zum Nadelöhr

Der Plan von RSAG und Tiefbauamt:  Busse und Bahnen sollen die Zahl der täglich 46 000 Fahrzeuge auf der Brücke reduzieren.
Der Plan von RSAG und Tiefbauamt: Busse und Bahnen sollen die Zahl der täglich 46 000 Fahrzeuge auf der Brücke reduzieren.

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23. Februar 2010, 09:32 Uhr

Rostock | Der Baustart an der Vorpommernbrücke verlagert sich witterungsbedingt um einen Monat, auf den 6. April. Dennoch soll die Sanierung wie geplant bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Ein schwacher Trost für die 8000 bis 10 000 Pendler aus dem östlichen Umland. Sie müssen auf Umgehungsstrecken oder Bus und Bahn ausweichen. Auf der Brücke bleibt nur ein Fahrstreifen in jede Richtung geöffnet.

Das Problem: Neben der Vorpommernbrücke wird auch an den anderen Eingangsstraßen im östlichen Teil der Stadt gebaut. Ob Schleusenbrücke, Mühlendamm, Hinrichsdorfer Straße oder A 19 - überall wird der Verkehr zwar weiterhin passieren können, aber jeweils nur auf einer Spur. "Ich appeliere an die Pendler, den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen", sagt Heiko Tiburtius, Leiter des Tief- und Hafenbauamts.

Mehrere Park and Ride-Parkplätze sollen dies vereinfachen. Am Dierkower Kreuz, dem Haltepunkt Dierkow, der Theodor-Heuss-Straße und der Tessiner Straße werden diese auf insgesamt

735 Stellplätze aufgestockt. Von dort sollen die Pendler dann auf die Straßenbahn oder den Bus umsteigen. "Damit sind sie in zehn Minuten in der Innenstadt", sagt Wilfried Eisenberg vom Vorstand der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG).

Bei Bedarf will er über die Wendeschleife im Dierkower Kreuz zusätzliche Straßenbahnen einsetzen. "Sonderlinien sollen aber nicht eingeführt werden", sagt Eisenberg. Das würde nur die Stammkunden verwirren. Er verknüpft mit dem Bauvorhaben die Hoffnung, den Berufspendlern eine dauerhafte Alternative schmackhaft zu machen. "Wir werden demnächst auch in Bentwisch und Graal-Müritz, bis hin nach Ribnitz-Damgarten auftauchen, um die Leute zu informieren", sagt der technische Vorstand der RSAG. Um die umsteigenden Pendler ideal über Fahrtrouten und Anschlussverbindungen zu informieren, sollen die Busfahrer geschult werden. Erfahrung darin haben sie bereits in den vergangenen Wochen sammeln können: Allein im Januar verzeichnete die RSAG einen Zuwachs der Fahrgastzahlen um etwa 50 000 im Vergleich zum Vorjahr - dank des strengen Winters.

Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Wirtschaft allgemein begrüßen die Sanierung der Vorpommernbrücke, fordern sie sogar. "Sie ist zwingend notwendig, damit die zunehmenden Schäden nicht zur Vollsperrung führen", sagt Rolf Paarmann, Hauptgeschäftsführer der IHK.

Dass gleichzeitig bei einem Teilabschnitt der L 22 "Am Strande" die Fahrbahn erneuert werden soll, sei auf Grund der Zeitersparnis ebenfalls sinnvoll. Tiburtius verknüpft dessen Fertigstellung mit dem geplanten Ersatzneubau für die Schleusenbrücke im kommenden Jahr. "Dafür müssen wir die L 22 leistungsfähig haben", sagt der Tiefbauamtschef. Den Abschnitt Werftdreieck/Kabutzenhof gleich mit anzupacken, sei finanziell nicht möglich.

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