zur Navigation springen

Dreilützow/Goldenbow : Kunst und Künstler ganz nah

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Im Rahmen von „Kunst offen“ zog es zu Pfingsten wieder zahlreiche Besucher in Ateliers und Werkstätten der Kunstschaffenden

svz.de von
erstellt am 25.Mai.2015 | 11:43 Uhr

Am Sonnabend zeigte sich die versprochene Sonne erst am Nachmittag. „Schlossherrin“ Bianca Burow in Goldenbow, die gleichzeitig Malerin ist, konnte die Bilder zweier befreundeter Künstler an diesem Tag noch nicht wie geplant in Schlosspark aufhängen. Trotzdem war sie zufrieden mit dem Beginn der diesjährigen Aktion von „Kunst offen“.

„Ungefähr 40 Besucher waren schon hier“, erzählte sie. „Im letzten Jahr, als ich zum ersten Mal teilgenommen habe, waren an allen drei Tagen nur eine Handvoll Leute bei mir.“

Die Hamburgerin, die hauptberuflich als Grafikdesignerin arbeitet, malt seitdem sie vier ist und hat rund drei Ausstellungen jährlich. Für ihre aktuellen Bilder, die einen dunklen, tiefgründigen Hintergrund haben, auf dem sich strichartige Figuren aus Blattgold bewegen, trägt sie bis zu 40 Schichten Acrylfarbe auf. „Sie erzählen alle von Begegnungen. Mit dem Malen will ich ihre Flüchtigkeit verarbeiten und festhalten.“ Und ja, der dunkle Hintergrund zeugt auch von schweren Zeiten, die sie durchlebt hat.

Am Pfingstsonntag lockte die Sonne dann viele Besucher nach draußen, so auch ins Schloss Dreilützow, wo sich vier Künstler zusammen getan hatten für eine Gemeinschaftsausstellung. Alle vier kennen sich vom Studium der Theatermalerei und -plastik aus Dresden.

Romy Krügers vierfarbiger Holzschnitt „Tafelbild“ ist inspiriert von einem Essen auf Kuba. „Erst habe ich die Tafel nach dem Essen auf einem Foto festgehalten, dann eine Skizze gemacht. Für Holzdrucke muss man reduzieren, Farben und Formen. Man sagt ja auch, wenn jemand einfach gestrickt ist, er habe eine holzschnittartigen Charakter. Bei der Farbauswahl muss man selbstbewusst sein. Bei einem Foto kann man mal was wegschummeln, das geht beim Holzschnitt nicht. Das reizt mich auch daran: Konkret zu werden.“

Jacqueline Teschner hat für ihre „Zeitreise“ das Innenleben aus Weckern entfernt und darin eigene kleine Welten geschaffen - ein Schlafzimmerchen mit Bett und Stehlampe oder ein Gemeinschaftsfoto mit allen ausstellenden Künstlern. Die Innereien der Uhren hat sie zu originellem Schmuck verarbeitet.

Norman Lodahl erschafft Skulpturen, seine aktuellste Arbeit ist „Mister Universum“, ein glatzköpfiger Herr, der seinen dicken goldenen Bauch sehr selbstbewusst in die Welt streckt.

„Das soll eine Persiflage auf das Selbstbewusstsein von bestimmten Menschen sein“, sagt der Künstler, der hauptberuflich als Steinmetz im kleinen Betrieb seiner Mutter arbeitet.

Familie Müller aus Hamburg und Familie Schult aus Schwerin, alle erfahrene „Kunst-offen“-Besucher, haben die Arbeiten der Künstler in Dreilützow gefallen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen