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Lokales

18. November 2017 | 03:55 Uhr

Kultur in Sternberg auf der Streichliste

vom

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2010 | 08:48 Uhr

Sternberg | Die Stadt Sternberg setzt Kultur auf die Streichliste: Seit Anfang des Monats sind Heimatmuseum und Stadtbibliothek mit weniger Personal besetzt, die Öffnungszeiten verkürzt. Ein stiller Alleingang der Verwaltung? Befragte Stadtvertreter wussten davon nichts. Im Museum haben jetzt zwei Ein-Euro-Jobber das Vermächtnis der Stadt unter ihren Fittichen.

Nein, darüber redet man nicht. Dass mit Stadtbibliothek und Heimatmuseum zwei der wichtigsten Bil dungsorte der Stadt Sternberg an den Rand der Existenz gebracht werden, löst in politischen Kreisen Schulterzucken aus. Stadtvertreter wollen/können sich dazu nicht äußern. Die Fakten bleiben: Anfang Oktober hat die letzte Festangestellte der Stadt mit fundierter Kenntnis über Museumskonzeption etc. das Heimatmuseum in der Mühlenstraße verlassen. Die Öffnungszeiten sind wieder - wie im Winter üblich - verkürzt. Das historische Gedächtnis der Stadt - ein Schmuckstück im ältesten erhaltenen Sternberger Haus - ist jetzt noch donnerstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet.

"Ich habe im Rahmen meiner Kompetenzen entschieden", sagte gestern Bürgermeister Jochen Quandt (CDU). Da "keine Stelle gestrichen" worden sei, müsse auch nicht die Stadtvertretung befragt werden. Die Kollegin, die zuvor 18 Wochenstunden im Museum hatte, sei in die Kindertagesstätte umgesetzt worden. Quandt bestätigt: Zwei Ein-Euro-Jobberinnen werden bis November das Museum offenhalten. "Bis dahin haben wir alles geregelt."

Betreiber Heimatverein?

Nach SVZ-Informationen ist der Sternberger Heimatverein als Betreiber im Gespräch. "Dazu äußere ich mich nicht", so Quandt. Konzeptionell halte er die jetzige Lösung für vertretbar, da im Winterhalbjahr wenig Besuch im Heimatmuseum zu erwarten sei. Vor Jahren hatte die Stadt drei Stellen im Museum.

Auch die Stadtbibliothek am Finkenkamp wurde zur Ader gelassen: Leseratten können Bücher noch dienstags und donnerstags für jeweils vier Stunden ausleihen, der Freitag entfällt. Wie beim Museum soll eine Mitarbeiterin zur Kita abgezogen sein. Die frühere Leiterin der Bibliothek sichere jetzt als Externe das verbleibende Angebot ab, sagt der Bürgermeister: "Die Bibliothek bleibt erhalten."

Stadtvertreter sind in die Entscheidungen offensichtlich nur bedingt eingeweiht. Auf einer Sitzung des obersten politischen Gremiums hätten diese politischen Weichenstellungen zur Kultur der Stadt jedenfalls keine Rolle gespielt, ist aus dem Gremium zu hören. Jochen Quandt stellt das anders dar: "Die Bibliothek war Thema im Haushaltssicherungskonzept."

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