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Lokales

23. Oktober 2017 | 02:33 Uhr

Kuhlen: Todesstrecke B 104 wird entschärft

vom

svz.de von
erstellt am 29.Sep.2010 | 08:26 Uhr

Parchim | Die gefährlichste Straße im Landkreis Parchim wird entschärft. Auf der Bundesstraße 104 zwischen Kuhlen und dem Abzweig nach Crivitz kracht es so häufig, dass jetzt mehr Schutzplanken aufgestellt werden und das Tempolimit schärfer kontrolliert wird. Allein 2009 zählte die Verkehrsunfallkommission des Landkreises hier 14 Verkehrsunfälle.

Besonders tragisch: Im vergangenen Jahr war eine junge Mutter mit ihrem Auto von der Fahrbahn abgekommen und mit einem Traktor kollidiert. Die Frau starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Ihrem Baby, das auch im Auto war, passierte wie durch ein Wunder nichts. Das Kleinkind hatte die Fahrerin abgelenkt.

Innerhalb von drei Jahren starben auf der B 104 bei Kuhlen zwei Menschen, fünf wurden verletzt. Neben dem Tod der jungen Mutter listet das Protokoll die verschiedensten Ursachen auf. So kam ein betrunkener Radfahrer unter die Räder, setzte Sekundenschlaf einen Kraftfahrer außer Gefecht oder ein Autofahrer bemerkte ein Stauende nicht.

Ein weiteres heißes Pflaster ist bereits sicherer geworden. Auf der B 321 zwischen Raben Steinfeld und Pinnow stehen jetzt Schilder, die das Tempo bei Nässe auf 70 Stundenkilometer begrenzen. Ein Toter und sieben Verletzte sind die traurige Bilanz am Abzweig Pinnow Wasserwerk. Zusätzlich zum Tempolimit lässt das Straßenbauamt die Fahrbahn sanieren, damit die Oberfläche rauer wird.

Obwohl im vergangenen Jahr entgegen dem Landestrend weniger Menschen bei Unfällen im Landkreis ums Leben kamen oder verletzt wurden (2009: 10 Tote, 419 Verletzte / 2008: 16 Tote, 491 Verletzte), gibt es Anlass zur Sorge. Denn immer öfter kracht es, weil Autofahrer zu schnell unterwegs sind oder zu dem Vordermann an der Stoßstange kleben. Zu hohes Tempo verursachte 215 Unfälle, 2008 waren es noch 133.

Manfred Bülow, Vorsitzender der Verkehrsunfallkommission (VUK) des Landkreises: "Alle VUK-Mitglieder sind sich einig: Weiterhin kein Pardon den Rasern und Dränglern." Das heißt, Polizei und Ordnungsamt werden weiterhin gemeinsam kontrollieren und aufklären. Bülow: "Durch Verkehrsüberwachung wie Geschwindigkeitsmessungen mit moderner Technik sowie Alkohol- und Drogenkontrollen werden Verstöße erkannt und geahndet. Die hohe Wahrscheinlichkeit, dass Regelverstöße entdeckt werden, soll Verkehrsteilnehmer zu regelkonformem Verhalten veranlassen."

Deshalb wollen Polizei und Kreisverwaltung ab sofort besonders an den Unfallschwerpunkten den "Kontrolldruck erhöhen".

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