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Lokales

12. Dezember 2017 | 05:42 Uhr

"Künstler in zwei Welten"

vom

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erstellt am 24.Mai.2010 | 08:11 Uhr

Reutershagen | Er ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der deutschen Künstlerszene. Ralf Winkler, besser bekannt unter seinem Pseudonym A.R. Penck, hat sich im Spannungsfeld zwischen Ost- und West seit den fünfziger Jahren in beiden Welten einen Namen gemacht. Seine Arbeiten hängen unter anderem im Museum of Modern Art in New York. Am Sonnabend sind 37 seiner Werke nach Rostock in die Kunsthalle gekommen - zwei Wochen vor der großen Eröffnung der Sommerausstellung. Die Versicherungssumme beträgt mehrere Millionen Euro.

Die teils großformatigen Leinwände erfordern großes Geschick von den Ausstellungstechnikern. Denn mit Bilddiagonalen von knapp vier Metern lassen sie sich nur schwer in die Kunsthalle tragen. "Alle Werke stammen aus der Sammlerausstellung der Weserburg in Bremen", erklärt Kurator Dr. Ulrich Ptak. "Die Zusammenstellung der Bilder war so stimmig, dass wir sie ohne persönliches Eingreifen übernommen haben."

Für Ptak ist Penck einer der wichtigsten Stimmen der bildenden Kunst der Gegenwart. "Auf seinen Bildern kommt etwas rüber, was sich im ersten Moment nicht erschließen lässt."

Grafische Symbole, Strichmännchen und plakative Farbgebung sind kennzeichnend für das Werk des heute 71-Jährigen. Auf reduzierte Art werden die Befindlichkeiten des Menschen und die Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft dargestellt. Stilelemente aus der Graffiti-Kunst und der Höhlenmalerei bestimmen Pencks Wiedererkennungswert.

Bereits in seinen frühen Kinderjahren absolvierte Winkler Mal- und Zeichenkurse, um seinem Berufswunsch des Steinbildhauers näher zu kommen. Vergeblich bewarb sich der heutige Weltkünstler an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und an der Akademie in Ostberlin. Mit Gelegenheitsjobs hielt sich Winkler über Wasser. Mitte der sechziger Jahre konnte er in zahlreichen Ausstellungen seinen Bekanntheitsgrad ausbauen und sich in der Künstlerszene etablieren. In den frühen achtziger Jahren war der Künstler Mitglied der Jazzband TTT, für die er Plattencover entwarf. Auch diese sind in der Ausstellung zu sehen. "Penck ist ein vielseitiger und interessanter Künstler. Genau dieses wollen wir in Rostock zeigen", so Ptak.

Bis zum 29. August wird die Ausstellung in der Kunsthalle zu sehen sein. Im Kontext dazu wird der Sammlungsbereich im unteren Teil der Halle umgestaltet. Ob der heute in Dublin lebende Künstler bei der Eröffnung am 6. Juni persönlich dabei ist, steht noch nicht fest.

Die eigentlich geplante Ausstellung von Fotograf Paolo Roversi wird dann vermutlich im Herbst zu sehen sein. "Derzeit befinden sich die Arbeiten des Starfotografen in Moskau auf der Biennale", erklärt Ptak.

Der Künstler: A.R. Penck

Ralf Winkler wird 1939 in Dresden geboren. Im Jahr 1963 findet zu seiner heute typischen Malweise im Strichmännchenformat. Seit 1969 arbeitet Winkler unter seinem Pseudonym A.R. Penck. Als Begründer der Künstlergruppierung „Lücke“ beeinflusst er die Kunstszene nachhaltig und wird noch heute als Vater der „jungen Wilden“ bezeichnet. 1980 verlässt Penck die DDR und siedelt nach Kerpen bei Köln über. Ein Jahr später wird ihm von der Goethe-Stiftung der Rembrandt-Preis verliehen. Seit 1987 lebt er in Dublin. Neben der Malerei beschäftigt sich Penck mit der Bildhauerei, Lyrik und Jazz-Musik.

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