Kritik: mehr Lärm durch Eurofighter

Mehr Eurofighter werden auch über Hohen Sprenz fliegen. Unseren Leser Rüdiger Hartung beeinträchtigt der Lärm.Archiv
Mehr Eurofighter werden auch über Hohen Sprenz fliegen. Unseren Leser Rüdiger Hartung beeinträchtigt der Lärm.Archiv

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01. März 2010, 07:58 Uhr

Laage/Hohen Sprenz | Mehr Fluglärm, der ihn belästigt, erwartet unser Leser Rüdiger Hartung in Hohen Sprenz durch die Zentralisation aller Eurofighter der Luftwaffe zur Ausbildung der Piloten auf dem Fliegerhorst in Laage (wir berichteten). Seit gestern werden die Eurofighter nach und nach auf dem Fliegerhorst zusammengezogen. Rüdiger Hartung wohnt in der Sabeler Straße 3 und damit direkt in der Einflugschneise, wie er es schildert. Wegen des erhöhten Fluglärms, von dem er ausgeht, hat er die Frage, ob der Einbau von Lärmschutzfenstern und die Sanierung eines Wintergartens ebenfalls mit Schallschutzglas finanziell gestützt bzw. gefördert wird. Seine Argumente: Für den Fliegerhorst würden erstens Millionen ausgegeben. Zweitens sei sein Grundstück durch den Flugbetrieb sowieso nichts mehr wert. Drittens möchte er nach getaner Arbeit mal ungestört etwas im Fernsehen verfolgen können. Und viertens möchte er wegen des Fluglärms sein Enkelkind nicht immer ausquartieren…

Bisher hat Rüdiger Hartung dazu nirgends eine befriedigende Antwort bekommen, wandte sich deshalb an die SVZ. Nach seinen eigenen Informationen liegt Hohen Sprenz in der Lärmschutzzone II. In der stehen ihm Zuwendungen oder eine Förderung für Schallschutzmaßnahmen auf seinem Grundstück nicht zu, hat er recherchiert. Aber es solle neue Verordnungen geben. Rüdiger Hartung fragt: "Ist dann eine Förderung möglich?" Dann würde er nämlich mit den Arbeiten noch warten.

Eine schnelle Änderung verspricht Hermann Levke, Dezernatsleiter im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Güstrow nicht. Aber es gebe Aussichten mit dem neuen Fluglärmgesetz, das erarbeitet wird. Nach dem würden die Schutzzonen neu berechnet. Gegenwärtig warte das Landesamt auf die Daten der Bundeswehr. Das Festsetzen der Schutzzonen werde auf einer Prognose bis 2020 basieren, so Levke. Berücksichtigt würden Konzentration des Flugverkehrs, auch neue Strukturen wie sie z.B. jetzt für ein Jahr in Laage gelten sollen, der zivile Flugbetrieb und Vorhaben wie das Einrichten einer Flugschule der Deutschen Lufthansa, erläutert der Dezernent weiter.

Trotzdem kann Hermann Levke nicht sagen, ob sich für unseren Leser Rüdiger Hartung der Fakt ändert, ob sein Grundstück in die Lärmschutzzone I rutscht, in der er unter bestimmten Voraussetzungen wie z.B. "Steht das Wohnhaus dort schon immer oder ist es später als der Flugplatz errichtet worden?" Aufwendungen für Schallschutzmaßnahmen zurückerstattet bekommt.

Levke verweist aber auch auf die zweite Fluglärmschutzverordnung, die verändert werden soll. In der würden die baurechtlichen Bestimmungen erfasst. So sieht der Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung neue Grenzwerte vor. Demnach soll nach der politischen Vorgabe, so Hermann Levke, der Pegel der Lärmbelästigung auf militärischen Flugplätzen dem Niveau der zivilen Flugplätze angeglichen werden. Das würde heißen, so Levke, dass sich der Lärmschutz erhöhen könnte, auch für Rüdiger Hartung in Hohen Sprenz. Prognose aus dem Landesamt: Das könnte 2011 sein.

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