Krisenfeste Kosmetika als sichere Marktnische

Verpackung von Duschgel an einer der Produktionslinien der Dankwardt GmbH, das Unternehmen ist erfolgreicher Lohnfertiger für namhafte Kosmetikkonzerne. Die Gruppe erreichte 2008 einen Jahresumsatz von 66,5 Millionen Euro.
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Verpackung von Duschgel an einer der Produktionslinien der Dankwardt GmbH, das Unternehmen ist erfolgreicher Lohnfertiger für namhafte Kosmetikkonzerne. Die Gruppe erreichte 2008 einen Jahresumsatz von 66,5 Millionen Euro.

Krise, einbrechende Wirtschaft, das alles konnte dem ehrgeizigen Ausbau des Lübtheener Werkes der Dankwardt GmbH wenig anhaben. Im Gegenteil, der Spezialfertiger für Kosmetika drückt weiter aufs Tempo und will bis Ende des Jahres fertig sein.

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15. Juli 2009, 11:10 Uhr

Jessenitz-Werk | Es geht um eine Investition von 14,4 Millionen Euro, es geht um mindestens 60 neue Arbeitsplätze, es geht aber auch um die Zukunftssicherung eines wichtigen Werkes und es geht um eine Entscheidung für die Lübtheener Region, für die Beschäftigten, um Perspektiven. Stück für Stück wird aus dem Sammelsurium des alten Produktionsgeländes in Jessenitz Werk, ein modernes Werk für die Kosmetikindustrie, das auch technisch höchsten Anforderungen genügt.

Drei Viertel der Arbeit ist getan, das restliche Viertel mit der zweiten Hälfte der Produktionshalle und dem neuen Lagerbereich sollen bis Ende des Jahres fertiggestellt sein. Der Ausbau, der kein Stein auf dem anderen lässt, ist das Fundament für die neuen Arbeitsplätze, die eingeplant sind. Immerhin bekommt das Unternehmen, das in Norderstedt ein zweites Werk unterhält auch eine 30-prozentige Förderung. Aktuell arbeiten in Jessenitzer Werk 140 Festangestellte, zu denen je nach Auftrag auch noch einmal bis zu 50 Zeitarbeiter kommen. Künftig, ab 2010, soll die Zahl der festen Arbeitsplätze in Lübtheen auf 200 bis 220 steigen.

Thomas-Michael Willig, einer der Geschäftsführer: "Momentan ist unsere Auftragslage nicht schlecht, da wir im April und Mai eine Delle hatten. Doch die Lage wird für uns besser, und ab Oktober rechnen wir fest mit einer sehr guten Auftragslage". Das liege an der so genannten Kampagnenproduktion. So startet regelmäßig im Herbst die Produktion von Sonnenschutzmitteln für die kommende Saison.

Bei Dankwardt in Lübtheen werden von Deo, Duschbädern, Sprays bis zu Rasiermitteln alle nur denkbaren Kosmetika produziert und auch vertrieben. Auftraggeber sind alle großen Konzerne der Branche, Dankwardt ist ein Lohnfertiger. Und das auch noch überaus erfolgreich: Im vergangenen Jahr verließen mehr als 72 Millionen Einheiten die Produktionsstätte in Jessenitz Werk. Dieses Ziel soll auch in diesem Jahr erreicht werden. Das Wachstum ist dann fest für 2010 im Visier. Insofern, so Willig, hielten sich die krisenbedingten Auswirkungen in Grenzen. Für das mittelständische Unternehmen gab es keinen Grund, den im vergangenen Jahr begonnenen Ausbau des Werkes auch nur zu verlangsamen.

Inzwischen ist von dem alten Werksgelände nicht mehr viel zu entdecken. Moderne, riesige Hallen prägen das Bild, wo vorher, kleine, geduckte Gebäude das Bild bestimmten. Bis zum Jahresende soll auch die Reste verschwunden sein und die riesige Produktionshalle stehen. Vom alten Werk, das Anfang der 1990er-Jahre in Betrieb genommen wurde, bleibt am Ende nur das kleine, bescheidene Gebäude der Werks-Verwaltung übrig.

Nach dem Werksumbau werden etwa 70 Prozent der Produktion der Dankwardt-Gruppe in Jessenitz-Werk realisiert.

Der Ausbau in Lübtheen ist auch ein Dank an die Belegschaft, die mit überdurchschnittlicher Einsatzbereitschaft und auch größerer Effizienz von sich Reden macht.

Ein noch ungelöstes Problem ist die Belastung der Anwohner. Zwar ist ein Ende der Bauarbeiten in Sicht, dennoch bleibt das Verkehrsproblem in dem kleinen Ort. Selbst an normalen Tagen steuern gut 30 bis 35 Lkw das Werk an, dazu kommen die Autos der Beschäftigten, zum Teil wird in drei Schichten produziert. Geschäftsführer Willig weiß um die Belastungen und sucht gemeinsam mit der Stadt Lübtheen eine Lösung. So könnten die Lkw in der Nachtzeit in einem Lübtheener Gewerbegebiet abgestellt werden. Im Gespräch ist aber auch ein Ausbau der Bahnstraße für den Werksverkehr, die überlastete Lagerstraße könnte dann den privaten Anlegern überlassen werden.

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