Krise hat Arbeitsmarkt noch nicht erreicht

HelmutWestkamp
HelmutWestkamp

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31. Juli 2009, 09:13 Uhr

Schwerin | Trotz Wirtschaftskrise, Sommerpause und Ausbildungsende - der traditionelle Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli in Westmecklenburg ist ausgeblieben. Im Ge genteil: Die Erwerbslosigkeit in der Region sank gegenüber dem Vormonat um 126 Personen auf insgesamt 29 347 arbeitslos gemeldete Menschen. "Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist dies ein Rückgang um 4,1 Prozent", sagte der Leiter der Schweriner Arbeitsagentur, Helmut Westkamp, gestern bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen.

Ungeachtet der fortwährend schlechten Meldungen über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zeige sich die Beschäftigungslage in Westmecklenburg weiterhin stabil, so Westkamp. Als Grund nannte er vor allem die hiesige Wirtschaftsstruktur. So seien etwa der vergleichsweise kri senfeste öffentliche Dienst, der Einzelhandel und das Gesundheitswesen die größten Arbeitgeber in der Region. Der Arbeitsmarkt in Westmecklenburg pro fitiere aber auch von saisonalen Ef fekten, wie etwa der Bun desgarten schau, der demogra fischen Entwicklung und der Abwan derung, so Westkamp. Auf im bundesweiten Maßstab nie drigem Niveau liege auch noch die Kurzarbeit in der Re gion. Gleichwohl gäbe es über die Werften-Krise hinaus wei tere Anzeichen dafür, dass sich die Situation auch in West mecklenburg ver schlech tern werde. "Seit Jahres beginn wurden uns rund zehn Prozent weniger offene Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt gemeldet als

im Vor jahres zeitraum", berichtete Westkamp, der damit rechnet, dass die Zahl der Arbeitslosen in der Region im Verlauf der zweiten Jahreshälfte ansteigen wird.

In der Landeshauptstadt waren im Juli insge samt 6558 Mensche n ohne Job, 91 mehr als im Juni, aber 309 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 13,2 Prozent im Juni auf 13,4 Prozent. "Die Krise hat uns noch nicht erreicht", kommentierte der Geschäftsführer der Schweriner Arbeitsgemeinschaft zur Grundsicherung (Arge), Peter Gerth, den leichten Anstieg.

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