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Lokales

19. November 2017 | 15:22 Uhr

Kreisverwaltung begräbt "Wallenstein"

vom

Das umstrittenen Projekt Wallenstein-Wasserweg steht offenbar vor dem Aus. Landrätin Birgit Hesse (SPD) will das Vorhaben nicht weiter vorantreiben. Kreistagsabgeordnete sprechen von einer vernünftigen Entscheidung.

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erstellt am 22.Dez.2008 | 07:36 Uhr

Nordwestmecklenburg | Die Kreisverwaltung werde das Projekt nicht weiter verfolgen. Das stellte SPD-Landrätin auf der jüngsten Kreistagssitzung in der Grevesmühlener Kreisverwaltung klar. Damit stoppt sie ein Vorhaben, das einst als Lieblingsprojekt ihres Amtsvorgängers Erhard Bräunig galt.


Historische Idee
Die Idee, eine schiffbare Wasserstraße zwischen dem Schweriner See und der Ostsee zu schaffen, reizt seit Jahrhunderten die Mecklenburger. Unter der Regentschaft von Wallenstein wurde mit dem Kanalbau einst schon begonnen, gleich nach seinem Tod wurden die Arbeiten jedoch wieder eingestellt.


Kreistagsabgeordnete wie Günter Becker (parteilos) bezeichnen das Nein der Landrätin zum Wallenstein-Projekt als vernünftige Entscheidung. "Spätestens als auch die Landesregierung eine Unterstützung ablehnte, überwogen bei mir die Zweifel. Es ist richtig, jetzt Schluss zu machen mit dem Vorhaben, bevor weiteres Geld ausgegeben wird", sagt Günter Becker.

Wallenstein-Befürworter hatten die Vision, eine schiffbare Verbindung zwischen der Ostsee und dem Schweriner Außensee zu schaffen. Für hunderte Kilometer Wasserstraßen würden mit diesem kleinen Stück neue Verbindungen möglich - für das gesamte Spree/Havel/ El de-Einzugsgebiet ebenso wie für die Ostsee-Anlieger. Kostenpunkt: schätzungsweise 160 Millionen Euro.

Der Kreis wollte noch in diesem Jahr ein Raumordnungsverfahren anschieben. Das Vorhaben scheiterte, nachdem fest stand, dass Nordwestmecklenburg keine EU-Gelder für das Projekt Wallenstein-Wasserweg erhalten würde. Ein zweite Bewerbungschance wird der Kreis Anfang 2009 nun möglicherweise ungenutzt lassen.

Das Projekt Wallenstein-Wasserweg schlug in den vergangenen Wochen immer wieder Wellen und wurde auch Thema in Berlin. Dort verlangte der Bundestagsabgeordnete Peter Hettlich (Bündnis90/Die Grünen) von der Bundesregierung Aufklärung, wieso ein Amt Gelder in sechsstelliger Höhe für einen - so Hettlich - Schildbürgerstreich in Aussicht stellt. Hintergrund: Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung bot dem Kreis eine Kofinanzierung in Höhe von 100 000 Euro an.

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