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Lokales

18. Dezember 2017 | 19:37 Uhr

Kreisstadtfrage: Die Lage spitzt sich zu

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erstellt am 04.Mai.2010 | 06:21 Uhr

Parchim | Für Innenminister Lorenz Caffier (CDU) scheint die Sache klar. Zum Wochenbeginn hat er sich in einem Pressegespräch mit dem Verlauf der Kreisgebietsreform zufrieden gezeigt. Alles werde in Kürze über die Bühne gehen und auch die letzten Meinungsverschiedenheiten mit dem Koalitionspartner SPD seien keine große Hürde mehr. Damit dürfte er vor allem das Procedere der Kreisstadtwahl gemeint haben. Die SPD favorisiert bekanntlich in dieser brisanten Frage eine Entscheidung durch den Gesetzgeber und die CDU will dafür einen Bürgerentscheid initiieren. Parchim hätte dabei im Vergleich mit Ludwigslust alleine aufgrund der geringeren Wählerzahl einen entscheidenden Nachteil.

Pro Parchim Aktiv fordert: Klare Kriterien auf den Tisch!

"Obwohl vor Ort immer wieder eingefordert, liegen bis heute keine vergleichbaren Kriterien für die künftigen Kreisstädte auf dem Tisch. Nur auf dieser Basis könnte die Gleichbehandlung und eine seriöse und objektive Entscheidung durch den Gesetzgeber gewährleistet werden", so Prof. Dr. Vogt vom Aktionsbündnis Pro Parchim Aktiv. Am 10. und 11. Mai sind die Anhörungen für die bevorstehende Kreisgebietsreform im Landtag angesetzt. Schon am 7. Juni soll das Paket der Kreisgebietsreform abschließend geschnürt werden. "Die Lage spitzt sich zu. Wenn es uns nicht noch gelingt, unsere Fakten in die Waagschale zu werfen, wird Parchim zu den ganz großen Verlierern der so genannten Kreisgebietsreform gehören", ist sich Prof. Vogt sicher.

Obwohl in der Öffentlichkeit bislang nur der eine Maßstab der Erreichbarkeit der Städte Parchim und Ludwigslust eine Rolle gespielt hat, sprechen eine Vielzahl von Kriterien deutlich für Parchim. In einem der Redaktion vorliegenden Positionspapier werden umfangreiche Analysen zur Arbeitsplatzzentralität, zum Flächenpotenzial, der Infrakstruktur und der Raumordnung des Mittelzentrums untersucht. Dabei kann Ludwigslust kaum punkten.

Mit einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten (wir berichteten), wollte das Aktionsbündnis die Entscheidungsträger zum Umdenken in letzter Minute bewegen. "Es gibt keine Reaktion aus Schwerin. Umso stärker ist der Zuspruch in der Bevölkerung", gibt sich Prof. Vogt dennoch zufrieden. "Wir müssen am Ball bleiben. Dabei dürfen wir uns aber nicht in Einzelaktionen verzetteln", gibt Stadtpräsident Dirk Flörke als Initiator der eindrucksvollen Lichterkette zu bedenken und fügt hinzu, "wenn die Politik in Schwerin nicht reagiert, müssen wir weitere Aktionen planen".

"Am Abend der Lichterkette haben sich viele an die Montagsdemos von 1989 erinnert. Warum sollten wir dieses Engagement der Bürger für ihre Stadt nicht aufgreifen?", fragt Prof. Vogt. Auch wenn dafür noch kein endgültiges Datum feststeht, könnte nach ersten Absprachen im Rathaus eine ereste Montagsdemo am 31. Mai stattfinden. Auch ein Sternmarsch in die Landeshauptstadt am 7. Juni - dem Tag der Entscheidung - hält das Aktiv Pro Parchim für sinnvoll.

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