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Lokales

13. Dezember 2017 | 16:08 Uhr

Kreisstadt kann nur Güstrow heißen

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erstellt am 25.Mai.2010 | 07:08 Uhr

Güstrow/Bützow | An Güstrow als Kreisstadt führe nun kein Weg mehr vorbei. Politiker und Unternehmer im Kreis geben sich nach der Einigung im Koalitionsausschuss zur Kreisstadtfrage optimistisch, dass die Barlachstadt Sitz des künftigen Großkreises wird. Während andere Städte im Land noch zittern und um den Kreissitz kämpfen, hält man sich im Landkreis Güstrow mit weiteren Aktionen zurück.

Selbst Doberans Landrat Thomas Leuchert glaubt nicht, dass die Landesregierung zu Gunsten der Münsterstadt entscheidet. Zur Erinnerung: Vor knapp zwei Wochen einigten sich die Spitzen von SPD und CDU im Land, anders als im Gesetzentwurf vorgesehen, dass der Landtag über die künftigen Kreissitze entscheidet, und es zu diesem Thema nun doch keinen Bürgerentscheid gibt. "Damit ist die Kreisstadtfrage entschieden", sagt Thomas Leuchert. Aktivitäten werde es aus dem Kreis Bad Doberan jedenfalls nicht mehr geben. In der Vergangenheit hatte der Doberaner Kreistag unter Leucherts Federführung u.a. für die Vergrößerung des Landkreises Bad Doberan durch Bildung eines Mantelkreises rund um Rostock (plus Laage, Bützow und Ribnitz-Damgarten) plädiert. Als diese Idee scheiterte, kam ein neuer Vorschlag auf den Tisch: Die Regiopole Rostock solle Verwaltungssitz des künftigen Großkreises Güstrow/Bad Doberan werden (wir berichteten).

Zur Erinnerung: 2011 sollen die Kreise Güstrow und Bad Doberan laut Reformentwurf zu einem neuen Großkreis fusionieren. Dass die Kreisstadt nur Güstrow heißen kann, glaubt der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Norbert Nieszery: "Es gibt gar keine Alternative, aufgrund der Größe und zentralen Lage Güstrows." Dass dies auch im Land bekannt sei, dafür habe man in der Vergangenheit bereits gesorgt. "Wir haben genug getan", sagt Nieszery und erinnert an Unterschriftenaktionen und Stellungnahmen.

Güstrow habe auch jetzt noch einmal die Möglichkeit, sich zum Thema zu äußern. "Die Städte sind noch einmal aufgefordert, Vorzüge in die Waagschale zu werfen", sagt der Güstrower CDU-Landtagsabgeordnete Torsten Renz, der auch Mitglied des Innenausschusses ist. Der wird dem Landtag künftige Kreissitze vorschlagen. "Anhand von Kriterien wird abgewogen", erläutert Renz. Objektiv gebe es danach keinen Zweifel, dass Güstrow Kreisstadt bleibe. Für weitere Aktionen im Kampf um den Kreissitz sieht Renz daher keine Notwendigkeit. Für Güstrow spreche u.a. die zentrale Lage im neuen Großkreis.

Landrat Lutz da Cunha (SPD) sagt: "An Größe und Bedeutung Güs trows gegenüber Bad Doberan kommt man nicht vorbei." Und immerhin habe ein früherer Referentenentwurf die Barlachstadt bereits favorisiert. Auch da Cunha glaubt nicht, dass es eine andere Entscheidung als Güstrow geben kann.

Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt (parteilos) hatte sich bei einer Anhörung im Innenausschuss zusammen mit anderen Bürgermeistern und Landräten gegen einen Bürgerentscheid in der Kreisstadtfrage ausgesprochen. Die Barlachstadt werde an dem Thema weiter dranbleiben und für Güstrow als Kreisstadt kämpfen. Auch Landrat Lutz da Cunha (SPD) will prüfen, ob bisherige Stellungnahmen ggf. nochmal nachzuarbeiten sind. "Wir müssen an dem Thema dranbleiben", sagt Karin Schmidt von den Linken im Kreis. "Im Kreistag werden wir das sicher nochmal konkret formulieren", so Schmidt weiter. Auch wenn es im Grunde keine andere Wahl als Güstrow gebe, Logik sei das eine, Politik das andere. "Wir sollten an jeder möglichen Stelle darauf hinweisen", sagt Karin Schmidt.

Auch Unternehmer im Landkreis wollen das noch einmal unterstreichen. Für den 23. Juni habe man Innenminister Caffier (CDU) zu einem Stammtisch zum Thema nach Güstrow eingeladen, sagt Dr. Ulrich Seidel, Chef des hiesigen Unternehmerverbandes. "Die Priorität sehe ich schon in Güstrow." Anfang Juli soll der Landtag entscheiden.

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